Ein paar Minuten hab ich noch, bevor ich meinen Louis abholen muss. Also, frisch ans Werk.

Obwohl ich absolut verstehen kann, warum sich Femke selbst auf den Weg macht, Bernstein zu holen, hat es mich doch gewundert, dass sie nicht gewartet hat, bis es Johannes besser geht. Vielleicht braucht sie auch einfach ein wenig Abstand, um ihr Wissen um ihre "Adoption" zu verdauen, sich im Klaren zu werden, was das für sie nun bedeutet... Aber nur mit Bernstein kann sie ihre Familie über die schweren Zeiten bringen und so bricht sie auf. Ein klein wenig naiv allerdings, wie ich finde. Sie weiß nicht einmal wohin sie gehen muss, reist allein, hat zu wenig Geld und ist zu redselig. Aber sie hat Glück und trifft unterwegs nur auf gute Menschen, die ihr weiterhelfen und Ratschläge geben können.
Aber, ich hätte mir ihre Reise vielleicht etwas gefahrvoller gewünscht.

Aber es war spannend, sie auf dieser abwechslungsreichen Reise zu begleiten.
Ihr Übelkeit klingt sehr verdächtig nach Schwangerschaft, was mich ehrlich gesagt, nicht so besonders freuen würde. Klar, besteht die Gefahr, aber ich finde einfach, das müsste nicht unbedingt sein (sagt mein romantisches Herz).

Deval schafft es auch weiterhin nicht, Bernstein zu beschaffen,
Schafft er es nicht oder will er es nicht?

Ich glaube, er hat keinerlei Motivation, sich um Bernstein zu kümmern, da er Femke besitzt. Sie ist seine Mätresse geworden und somit fehlt dafür der Antrieb, glaube ich...
Devals löst das Versprechen um den Bernstein nicht ein, aber er sorgt dafür, dass Johannes fliehen kann – und Femke fühlt sich von nun an zu nichts mehr verpflichtet.
Schön, dass Deval sein Versprechen gehalten hat, aber hier habe ich auch nichts anderes erwartet. Das gehörte zum Handel dazu und in der Hinsicht halte ich ihn für einen Ehrenmann. Sehr gelungen fand ich, wie sich Femke von Deval löst.

Femke findet Johannes endlich in einem Hospital und erzählt dem Bewusstlosen alles von Deval. Sie erkennt, dass sie Johannes schon immer geliebt hat, trotz allem, was sie für Deval empfunden haben mag.
*seufz* Das fand ich sooo schön und ich hätte mir sehr gewünscht, Femke wäre dort geblieben, bis Johannes erwacht. Ich mag solche sentimentalen, romantische Szenen...

Und dann auf der Insel Poel Tine und ihr Gatte – wunderbare Nebencharaktere, die so liebevoll geschildert sind wie sie auftreten. In ihrem Häuschen fühlte man sich irgendwie gleich heimisch – und ich hätte Femke verstanden, wenn sie plötzlich ihre Reisepläne aufgegeben hätte und einfach da geblieben wäre. Aber das ging natürlich nicht...
Dies ist eine meiner Lieblingsstellen in dem Buch! Ich konnte Wind und wetter richtig spüren, das Meer riechen. Und, dazu noch super Figuren! Ganz großes Kino!

Und dann muss sie auch noch auf diese widerlichen Bekannten in Rostock treffen. Da war mir von Anfang klar, dass Vorsicht geboten sein und sie am Ende die Rechnung präsentiert bekommen würde.
Fürchterlich, nicht?! Ich hab auch geahnt, dass er sie nicht umsonst beherbergt hat. Aber wie dreist und die Sprüche!

Sie im teuersten Zimmer unterzubringen, ohne sie zu fragen, sie vorzuwarnen. Ich wär ausgerastet, glaube ich. Und der Kerl erst, wirklich widerlich!!

Danke für das Bild, Corinna!
