Holla die Waldfee! Wer hätte das gedacht? Femke lässt sich wirklich auf Deval ein! Ihre Beweggründe kann ich absolut nachvollziehen und ich hoffe sehr, dass sie sich nicht vergeblich verkauft hat.
Deval ist ein Typ, der mich vermutlich ähnlich wie Femke in totale Verwirrung gestürzt hätte. Ich war auch die ganze Zeit hin und her gerissen, den Kerl umzubringen und mich in ihn zu verlieben. Wir Frauen stehen wohl einfach auf A....

Aber zum Ende des Leserundenabschnitts entpuppt er sich als Kerl, den ich absolut nicht mehr ausstehen kann. Wie er Femke da mitten in der Nacht einfach rauswirft?! Unglaublich und inakzeptabel!

Femke trifft bei Delius auf Deval – der den alten Bernsteinschleifer (versehentlich?) getötet hat. Femke ist entsetzt, lässt sich aber aus Not auf einen Handel ein: ein Bernsteinkreuz gegen Essen. Nachdem das Kreuz fertig ist, verlangt Deval ein weiteres und lässt außerdem durchscheinen, dass er Femkes Familie beschützt. Obwohl Femke ihm ihren Namen nicht verraten hat, dürfte es wohl nicht schwer für ihn gewesen sein herauszufinden, wer sie ist – dass Femke auf diese Idee überhaupt nicht kommt und auch weiterhin so ein Geheimnis um ihre Person macht, leuchtet mir nicht so ganz ein.
Tja, war es wirklich ein Unfall? Ich bin da hin und her gerissen. Ich traue Deval durchaus einen kaltblütigen Mord zu, aber es kann ja wirklich auch nur ein unglücklicher Sturz gewesen sein. So oder so tut es mir unheimlich um den alten Delius Leid. Ich mochte ihn und seine Geschichten sehr.

Auch dass Femke überhaupt in diese Situation geraten musste, finde ich irgendwie schrecklich. Bringt aber eine Menge Spannung in die Handlung. Tja, diese Geheimniskrämerei um ihgren Namen, hab ich so verstanden, dass es wenigstens etwas ist, was er nicht von ihr aus ihrem Mund weiß. Der Name ist in ihren Augen vielleicht etwas Intimes, das sie nicht hergeben möchte. Ich musste hier ganz oft an die französischen Frauen denken, die sich im Zweiten Weltkrieg aus der Not heraus auf die deutschen Besatzer eingelassen haben. Ich hatte beim Lesen sehr eindringliche Bilder vor Augen.
Zuerst ist Femke empört, dass Deval sie zu seiner Geliebten machen will und überzeugt ist, dass auch sie einen Preis hat. Hat sie – und zwar Johannes. Deval verspricht ihr, für seine Freilassung zu sorgen – und so wird Femke tatsächlich Devals Geliebte. Sie hat dadurch sogar noch mehr Vorteile, denn sie lernt durch ihn auch viele Menschen kennen, die sie mit Aufträgen überhäufen, mit denen sie wiederum ihre Familie durchbringt.
Femke beeindruckt mich hier sehr. Sie trägt es, ohne zu Klagen oder zu zerbrechen. Sie ist eine starke Frau, die um ihre Macht weiß und sich auch traut, diese für sich zu nutzen und daraus einen Vorteil für sich und vor allem ihre Familie zu ziehen. Ich kann sie gut verstehen, ich würde auch alles tun, um meine Familie zu schützen.
@ Lena: Deval ist echt super, mit dem Mann gewinnt die Geschichte, die bisher aus dem – wenn auch durch den Krieg etwas aus den Fugen geratenen – recht ruhigen und beschaulichen Leben Femkes bestand, an Schwung und kommt so richtig in Fahrt!
Das kann ich so unterschreiben. Deval ist ein wirklich faszinierender Charakter. Gefällt mir sehr!
Femke träumt von Johannes, der bewusstlos in einem Hospital liegt – aber stattdessen muss sie sich in der Realität wieder mit Deval befassen, der ihr verspricht, neuen Rohbernstein zu beschaffen, der allmählich knapp wird. Deval aber findet immer wieder neue Ausflüchte. In ihrer Verzweiflung, weil alles so verfahren ist, beschließt Femke, kurzerhand nach Richtung Osten zu gehen, um selbst Bernstein zu finden. Aber sie bricht krank zusammen und wird nach Hause gebracht.
Ich farge mich, warum Deval Femke hier am langen Arm verhungern lässt? Ist er ihr gar mittlerweile überdrüssig? Das Thema Bernstein nervt ihn nur noch und er rührt keinen Finger, um Femke zu helfen.

Dass Femke kurzerhand selbst Bernstein suchen gehen will, kann ich irgendwie nachvollziehen, wobei ihr unüberlegter Aufbruch vermutlich aus Wut und Verzweiflung entsprungen ist.
Aber andererseits konnte ich nicht verstehen, dass sie nicht bleiben möchte, bis Johannes tatsächlich in einem der Hospitäler auftaucht...

@Lena
Mir gefällt die Geschichte jetzt richtig, richtig gut.
