Cait
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Jutta
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« Antworten #1 am: 24. März 2009, 13:54:31 » |
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Hallo Lena, ich bin ganz am Anfang dieses Abschnittes. Femke steht gerade am Ostseestrand und rafft ihr Kleid, damit es nicht nass wird. Was war denn zuerst da, das Coverbild oder deine Beschreibung von Femke? Das passt wirklich 1a zusammen 
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Gruß Jutta
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Lena J.
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« Antworten #2 am: 24. März 2009, 17:44:33 » |
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Hallo Lena, ich bin ganz am Anfang dieses Abschnittes. Femke steht gerade am Ostseestrand und rafft ihr Kleid, damit es nicht nass wird. Was war denn zuerst da, das Coverbild oder deine Beschreibung von Femke? Das passt wirklich 1a zusammen  Ich hatte das Coverbild tatsächlich schon sehr früh. Und da es mir so gut gefallen hat, wollte ich es auch "einbauen".
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Jutta
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« Antworten #3 am: 25. März 2009, 18:46:50 » |
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Die Idee mit dem Seebad ist aufgegangen. Obwohl Hanna Thurau schwere Bedenken hatte, rentiert sich das Geschäft langsam. Allerdings sind ihre Reserven aufgebracht und die Unruhen zwischen Frankreich und Preußen, machen sich auch in Lübeck bemerkbar. Somit steht es um den Weinhandel im Moment nicht so gut. Ein starkes Stück finde ich allerdings, dass Carsten Thurau Femkes "Handwerk" zwar lobt und viel von ihr einfordert, aber sie nie einen Lohn bekommt. Sogar Meister Delius will er erst keinen Lohn zahlen  und dann bedient er sich auch noch an den Spenden, also sowas geht gar nicht. Kein Wunder, dass Femke erbost ist. Für mich aber noch zu wenig. Durch ihre Arbeit hat sie in Lübeck ja schon lange einen Ruf als "Zauberin", aber nachdem die Cousine von Johannes nachdem sie von Femke die Wiege geschenkt bekommt, auch gleich schwanger wird, festigt sich der Ruf natürlich noch und sie wird mit Aufträgen überschwemmt. Schade, dass sie auch hier nie einen Lohn für ihre Arbeit bekommt. Das Johannes sich zum preussischen Heer will/soll, ängstigt Femke sehr. Und es kommt tatsächlich zu einem Konflikt zwischen Preussen und Frankreich in Lübeck. Und wieder ist es Femke die durch einen Traum auf die Lösung kommt. Aber die Sache mit dem Wein fand ich dann doch etwas unglaufwürdig. Ein Fass Wein soll ausreichen um die franz. Soldaten so abzulenken, dass die Preussen fliehen können? Auch, dass Femke überhaupt unbeschadet zu den Soldaten gehen kann und auch wíeder unbeschadet zurückkommt, fällt mir schwer zu glauben. Das einzig Gute hier war, dass Femke und Johannes sich wiedergetroffen haben. Ich glaube hier sind wahre Gefühle im Spiel. Richtig leid tat mir Femke, als sie so ganz alleine in diesem Keller saß. Aber nach drei tagen konnte sie wieder zurück. Jetzt bin ich gespannt, ob sie jetzt einfach wie früher weiterleben kann.
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Gruß Jutta
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Corinna
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« Antworten #4 am: 27. März 2009, 11:35:52 » |
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Femke ist – im Gegensatz zu ihrer Mutter – hellauf von der Idee ihres Vaters begeistert und begleitet ihn nach Travemünde, wo sie tatsächlich einen Brocken Bernstein findet. Einem Traum folgend schnitzt sie daraus eine wunderschöne Wiege. Wie schön, dass diese Wiege Johannes‘ Cousine Wilma beim Schwangerwerden „hilft“! @ Lena Interessant, dass man Bernstein auch am Klang an den Zähnen erkennen kann. Das mit der Kochsalzwasserlösung wusste ich, aber ich bin doch ganz froh, dass ich das mit den Zähnen nicht wusste, sonst hätte ich mir vermutlich kürzlich ein paar Zahnverletzungen zugezogen...  Hast Du das mal selbst ausprobiert? Grummelig werde ich mit Johannes‘ Eltern, die es offenbar bisher versäumt haben, Femke Johannes‘ Grüße auszurichten. Warum wohl? Haben sie was gegen Femke? Bisher schien mir das nicht so. Leider hat sich Carsten finanziell übernommen und nutzt das Geld, das durch Femkes Bernsteinschnitzerein reinkommt und eigentlich für die Armen sein soll, für sich selbst. @ Jutta: Du hast recht, geht ja wohl mal gar nicht! Und hier wird mir Carsten Thurau, den ich bisher gerade wegen seines Enthusiasmus immer sehr gemocht habe, zum ersten Mal ein bisschen unsympathisch. Hoffentlich legt sich das wieder. Donnerschlag!  Johannes schließt sich dem preußischen Heer an. Tut er das freiwillig? Femke trifft ihn in Lübeck wieder und überredet ihn zu einer List, von der sie geträumt hat. Mir ging‘s an dieser Stelle wie Jutta, ich war etwas überrascht, dass ein Fass Wein reicht, um die ganzen Franzosen außer Gefecht zu setzen... Aber vielleicht, Jutta, hatten wir eine etwas falsche Vorstellung der Menge der Franzosen, die sich da betrunken haben. Immerhin erfahren wir ja, dass noch reichlich Franzosen und Preußen in Lübeck sind, um sich tagelang zu bekämpfen, während die arme Femke in dem Keller sitzt und ängstlich wartet. Muss schon ein seltsam beunruhigendes Gefühl sein zu wissen, dass nicht nur die Franzosen sauer auf einen sind, sondern auch noch die eigenen Leute, weil durch sie nicht nur Johannes und seine Kamerade fliehen, sondern Blücher gleich noch mit – statt zu kapitulieren, wie von den Lübeckern erhofft. Aber was tut man nicht alles aus Liebe - und schließlich hat Femke es ja nur für Johannes getan!
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Geli
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« Antworten #5 am: 28. März 2009, 22:31:46 » |
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Das Buch liest sich sehr flüssig, ich bin wirklich begeistert. Nun will ich auch endlich mal meinen Senf zu diesem Teil beitragen. Irgendwie komme ich zeitlich nicht so zum Lesen, wie ich gerne will. Wie wir nun erfahren (S.119), hat der Aufruf des Bernsteinfischers Nikolaus nichts gebracht. An den Küsten Königsbergs ist es weiterhin verboten, den gesammelten Bernstein für sich zu behalten. Schade, ich hatte gedacht, dass sich da was getan hätte. @ Lena: Das ist aber heutzutage nicht mehr so, oder? Die Begegnung mit Wilma Cohn, Johannes' Cousine, fand ich ja schön. Hier sieht man auch, wie geschickt Femke ist. Eine Wiege, die wunderschön ausgearbeitet ist. @ Lena: Hattest Du da ein Vorbild bezüglich der Wiege oder ist das ausgedacht? Hurra, das Ostseebad Travemünde wird gegründet. Auch das hat mir gut gefallen, wie diese Tatsche ins Buch eingewoben wurde. Und ebenso die Begegnung von Femke und der Russin am Badekarren mit dem Schwimmen. Das konnte ich mir so richtig bildlich vorstellen. Sie können die jeweilige andere Sprache nicht, verstehen sich aber trotzdem. Sehr gut. Warum Femke nicht Geld für ihre Tätigkeit nimmt, habe ich nicht verstanden. Sie arbeitet bei Delius, der Bernstein verkauft. Sie nimmt sein Material und sein Werkzeug. So hätten doch zumindest die begüterten Leute etwas bezahlen können. Die Lösung mit der Büchse für die Armen ist zwar ganz nett, doch da kam mir Femke ein wenig weltfremd vor. Oder ich denke zu modern? Sie sieht sich wahrscheinlich nicht als arbeitende Frau, die ihren Lebensunterhalt verdienen muss, oder? Immerhin bezahlt ihr Vater Meister Delius. Doch dass er die Büchse plündert - Donnerschlag, das hätte ich nicht gedacht. zumindest weil sie nicht wirklich bedürftig sind, sie hätten ja wirklich das Sommerhaus verkaufen können. Dass Bernstein brennt, war mir auch neu, ich denke wahrscheinlich zu sehr daran als "Stein", nicht als Harz. Ich habe in diesem Buch schon viel gelernt.  Auch die Sache mit der Pockenimpfung, die in einem Nebensatz erwähnt wird. Waisenkinder wurden als Versuchskaninchen benutzt. Super interessant. S.141 "Wir sind der Warenlieferant für ganz Deutschland" sagt Carsten Thurau. Da habe ich gestutzt, denn meiner Ansicht nach war der Begriff "Deutschland" damals noch nicht gebräuchlich.  Bis 1806 galt offiziell die Bezeichnung "Heiliges römisches Reich deutscher Nationen", also hätte es "Deutsches Reich" heißen müssen. Ist aber nur ein Gefühl. Weiß jemand mehr? Die Geschichte Lübecks in den Eroberungskriegen Napoleons ist auch sehr interessant. Ich finde, dass hier genau das richtige Gleichgewicht zwischen Dramatik und Dokumentation gewählt wurde. Soll bedeuten: Man erfährt, dass Krieg ist, auch, was er bedeutet, wird aber nicht gelangweilt mit seitenlangem Schlachtgetümmel. Klasse. Wobei Nebensätze wie: "...schien vergessen zu haben, dass seine Zuhörer Frauen waren, also im Grunde nichts von dem verstanden, was er sagte..." die weibliche Leserschaft zumindest zum Schnauben bringen dürfte. Femkes Traum und ihr darauffolgendes Handeln ist unverantwortlich. Da ist sie wirklich das naive Mädchen, dass einfach dran glaubt, dass ihre Träume nicht lügen und alles so geschehen wird. Immerhin hat Johannes zu Beginn so seine Zweifel. Da habe ich über Femke heftig den Kopf geschüttelt. Sie hat wirklich Glück gehabt, dass ihr nichts passiert ist und dass sie nicht aufgeflogen sind.
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Corinna
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« Antworten #6 am: 29. März 2009, 14:28:10 » |
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Warum Femke nicht Geld für ihre Tätigkeit nimmt, habe ich nicht verstanden. Sie arbeitet bei Delius, der Bernstein verkauft. Sie nimmt sein Material und sein Werkzeug. So hätten doch zumindest die begüterten Leute etwas bezahlen können. Die Lösung mit der Büchse für die Armen ist zwar ganz nett, doch da kam mir Femke ein wenig weltfremd vor. Oder ich denke zu modern? Sie sieht sich wahrscheinlich nicht als arbeitende Frau, die ihren Lebensunterhalt verdienen muss, oder? Darüber hab ich mich auch zuerst gewundert/aufgeregt - aber ich glaube schon, dass Du recht: Wir denken da einfach zu modern. Deine Definition trifft's ziemlich gut, sie hat einfach nicht die Notwendigkeit gesehen, für etwas bezahlt zu werden, dass quasi ihre Leidenschaft ist. Wobei Nebensätze wie: "...schien vergessen zu haben, dass seine Zuhörer Frauen waren, also im Grunde nichts von dem verstanden, was er sagte..." die weibliche Leserschaft zumindest zum Schnauben bringen dürfte.  s. o. Da denken wir vermutlich wieder zu ... modern? 
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Cait
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« Antworten #7 am: 29. März 2009, 17:27:02 » |
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Nach anfänglich gemischten Gefühlen im ersten Leserundenabschnitt, gelang es mir im zweiten endlich, richtig ins Buch zu finden! Wahrscheinlich waren dafür die napoleonischen Kriege und Lübecks Rolle darin dafür ausschlaggebend. Das hat mich wahnsinnig interessiert und gepackt. Toll! Meistens sieht man aus deutscher Sicht höchstens mal den 30jährigen Krieg, oder auch mal einen der Weltkriege, aber über Napoleon in Deutschland hab ich bisher noch nicht gelesen! Ich hätte darüber noch viel, viel mehr lesen mögen. So gut hat es mir gefallen. Auch Femke kommt mir hier Stück für Stück näher. Sie wächst mit ihren Erfahrungen und das macht sie menschlich und realistisch! Und Johannes sehen wir auch wieder, was mich sehr gefreut hat! Und auch er ist mir hier schlagartig ans Herz gewachsen. Auch wenn Femkes Rolle bei der Flucht Johannes' & Blüchers etwas zu groß war, in meinen Augen, konnte ich die Szene doch genießen. Mutig war Femke schon immer, auch ein wenig naiv, von daher konnte ich ihr diese Leichtsinnigkeit durchaus zutrauen. Dass sie sich nach Blüchers Flucht verstecken musste, tat mir für sie sehr Leid, aber auch das war glaubwürdig. Übrigens, ich habe mir ganz oft Notizen gemacht, weil ich dachte, eine Ungereimtheit gefunden zu haben und ein paar Seiten später wurden diese dann immer geklärt. Alles ist schön in sich schlüssig, großes Lob! Ein starkes Stück finde ich allerdings, dass Carsten Thurau Femkes "Handwerk" zwar lobt und viel von ihr einfordert, aber sie nie einen Lohn bekommt. Sogar Meister Delius will er erst keinen Lohn zahlen Schock und dann bedient er sich auch noch an den Spenden, also sowas geht gar nicht. Kein Wunder, dass Femke erbost ist. Für mich aber noch zu wenig. Eigentlich mag ich Femkes Vater, er ist ein sympathischer Mann, aber das hat mich auch fürchterlich aufgeregt. Dass er Femke nicht bezahlt, verstehe ich, sie ist seine Tochter und ausserdem eine Frau. Das kann man doch nicht verkaufen.  Aber die Dreistigkeit, die er gegenüber Delius an den Tag legt, war wirklich unverschämt!  Und sich dann auch noch an der Spendenbüchse zu bedienen... Ohne Worte! Aber die Sache mit dem Wein fand ich dann doch etwas unglaufwürdig. Ein Fass Wein soll ausreichen um die franz. Soldaten so abzulenken, dass die Preussen fliehen können? Auch, dass Femke überhaupt unbeschadet zu den Soldaten gehen kann und auch wíeder unbeschadet zurückkommt, fällt mir schwer zu glauben. Das einzig Gute hier war, dass Femke und Johannes sich wiedergetroffen haben. Ich glaube hier sind wahre Gefühle im Spiel. Zwar ging es mir eigentlich wie Dir, aber ich habe in Romanen viel unwahrscheinlichere Dinge gelesen, als das hier und so konnte ich damit gut leben. Zumal es Femke einfach zuzutrauen ist. Ich glaube, es wurde ja nicht erwähnt, um wieviele Soldaten es sich handelt, die sich über das Fass hermachen und auch nicht, wie groß es ist. Auch braucht man nach langen, kräftezehrenden Märschen wahrlich nicht viel Alkohol, um betrunken zu werden (ich spreche da aus Erfahrung in meiner Soldatenzeit  ). Auch werden sie nicht ausreichend verpflegt worden sein. Und ein leerer Magen hat seine eigene Wirkung auf den Alkoholpegel.  Von daher, kann ich mir schon vorstellen, dass es sie so unaufmerksam gemacht haben könnte. Johannes schließt sich dem preußischen Heer an. Tut er das freiwillig? Ich denke, ja und nein. Er tut es vermutlich, weil sein Vater es erwartet.  Nun will ich auch endlich mal meinen Senf zu diesem Teil beitragen. Irgendwie komme ich zeitlich nicht so zum Lesen, wie ich gerne will. Mir geht das so mit dem Posten.  Dann werden wir doch einfach die Nachzügler.  Warum Femke nicht Geld für ihre Tätigkeit nimmt, habe ich nicht verstanden. Sie arbeitet bei Delius, der Bernstein verkauft. Sie nimmt sein Material und sein Werkzeug. So hätten doch zumindest die begüterten Leute etwas bezahlen können. Die Lösung mit der Büchse für die Armen ist zwar ganz nett, doch da kam mir Femke ein wenig weltfremd vor. Oder ich denke zu modern? Sie sieht sich wahrscheinlich nicht als arbeitende Frau, die ihren Lebensunterhalt verdienen muss, oder? Ich hab eigentlich nur ein Gefühl dafür, warum sie kein Geld nimmt, aber ich versuche es doch mal in Worte zu fassen. Sie übt ein Handwerk aus, das Männern vorbehalten ist, sie ist keine von der Zunft anerkannte Meisterin. Ich vermute, es käme ihr vermessen vor, als "Laie" & Frau für ihre Arbeit Geld zu nehmen. Und vermutlich würden ihre Kunden das genauso sehen, wenn sie Geld verlangen würde.  S.141 "Wir sind der Warenlieferant für ganz Deutschland" sagt Carsten Thurau. Da habe ich gestutzt, denn meiner Ansicht nach war der Begriff "Deutschland" damals noch nicht gebräuchlich. grübel Bis 1806 galt offiziell die Bezeichnung "Heiliges römisches Reich deutscher Nationen", also hätte es "Deutsches Reich" heißen müssen. Ist aber nur ein Gefühl. Weiß jemand mehr? Gestutzt habe ich nicht gerade, da mir aufgefallen ist, dass die meisten Romane nicht gerade korrekt in dieser Sache sind. Aber ich würde Dir da im Prinzip recht geben.  Liebe Grüße Melli
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Lena J.
Knecht/Magd
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« Antworten #8 am: 29. März 2009, 18:34:52 » |
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Interessant, dass man Bernstein auch am Klang an den Zähnen erkennen kann. Das mit der Kochsalzwasserlösung wusste ich, aber ich bin doch ganz froh, dass ich das mit den Zähnen nicht wusste, sonst hätte ich mir vermutlich kürzlich ein paar Zahnverletzungen zugezogen...  Hast Du das mal selbst ausprobiert? Natürlich! Glücklicherweise waren die Brocken nicht sehr groß, schwer sind sie ohnehin nicht. So habe ich mir also keinen Zahn ausgeschlagen.
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Lena J.
Knecht/Magd
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« Antworten #9 am: 29. März 2009, 18:57:51 » |
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Das Buch liest sich sehr flüssig, ich bin wirklich begeistert. Oh, wie schön!  Wie wir nun erfahren (S.119), hat der Aufruf des Bernsteinfischers Nikolaus nichts gebracht. An den Küsten Königsbergs ist es weiterhin verboten, den gesammelten Bernstein für sich zu behalten. Schade, ich hatte gedacht, dass sich da was getan hätte. @ Lena: Das ist aber heutzutage nicht mehr so, oder? Keine Sorge, niemand wird mehr aufgehängt. Wenn ich richtig informiert bin, ist ein Gesetz offiziell nicht aufgehoben worden, was bedeutet, dass auch heute nicht jeder einfach Bernstein sammeln und behalten dürfte. Aber das nimmt keiner mehr ernst, und bestraft wird man schon gar nicht. Die Begegnung mit Wilma Cohn, Johannes' Cousine, fand ich ja schön. Hier sieht man auch, wie geschickt Femke ist. Eine Wiege, die wunderschön ausgearbeitet ist. @ Lena: Hattest Du da ein Vorbild bezüglich der Wiege oder ist das ausgedacht? Die Wiege gibt es nur in meiner Fantasie. In keinem der vielen Schaufenster, an denen ich mir die Nase inzwischen plattgedrückt habe, konnte ich bisher eine entdecken. Warum Femke nicht Geld für ihre Tätigkeit nimmt, habe ich nicht verstanden. Sie arbeitet bei Delius, der Bernstein verkauft. Sie nimmt sein Material und sein Werkzeug. So hätten doch zumindest die begüterten Leute etwas bezahlen können. Die Lösung mit der Büchse für die Armen ist zwar ganz nett, doch da kam mir Femke ein wenig weltfremd vor. Oder ich denke zu modern? Sie sieht sich wahrscheinlich nicht als arbeitende Frau, die ihren Lebensunterhalt verdienen muss, oder? Immerhin bezahlt ihr Vater Meister Delius. Doch dass er die Büchse plündert - Donnerschlag, das hätte ich nicht gedacht. zumindest weil sie nicht wirklich bedürftig sind, sie hätten ja wirklich das Sommerhaus verkaufen können. Femke sieht sich mit Sicherheit nicht als arbeitende Frau. Sie ist an mehreren Stellen erfreut, dass überhaupt jemand ihr Talent in der Form würdigt, dass er ihr sagt, ihre Arbeiten seien kostbar. Ich glaube, sie empfindet ihre Begabung gar nicht als eine Kunst, für die andere bezahlen. Sie ist einfach nur glücklich, wenn sie mit Bernstein hantieren kann. Die Geschichte mit der Armenbüchse macht euch anscheinend allen zu schaffen ...Natürlich würde mir ein solches Verhalten in der Realität auch überhaupt nicht gefallen. Andererseits trennt sich niemand leichtfertig von einem Haus. Die Thuraus sind stadtbekannt, Carsten will nicht, dass geredet wird. Er will aber auch nicht, dass seine Frau dieses Haus verliert, das sie immerhin sehr mag. Und er sieht Femkes Arbeiten eher als Spielerei an. Zwar ist er stolz auf sie, aber ich glaube, er sieht sein Vergehen nicht so eng. Und es soll ja auch nur vorübergehend sein ... S.141 "Wir sind der Warenlieferant für ganz Deutschland" sagt Carsten Thurau. Da habe ich gestutzt, denn meiner Ansicht nach war der Begriff "Deutschland" damals noch nicht gebräuchlich.  Bis 1806 galt offiziell die Bezeichnung "Heiliges römisches Reich deutscher Nationen", also hätte es "Deutsches Reich" heißen müssen. Ist aber nur ein Gefühl. Weiß jemand mehr? Richtig oder falsch ...Auch bei den Lesungen kommen solche Diskussionen immer wieder auf. Dazu möchte ich sagen, dass ich natürlich bemüht bin, mich historisch richtig auszudrücken. Bei der Schreibweise der Stadttore ist das dem einen oder anderen negativ aufgefallen. Denn der Lesefluss sollte nicht gestört werden. Darum entscheide ich mich zusammen mit meiner Lektorin an einigen Stellen für "moderne" Ausdrücke, die sich aber einfach besser lesen lassen. Es ist eine Gratwanderung ... Die Geschichte Lübecks in den Eroberungskriegen Napoleons ist auch sehr interessant. Ich finde, dass hier genau das richtige Gleichgewicht zwischen Dramatik und Dokumentation gewählt wurde. Soll bedeuten: Man erfährt, dass Krieg ist, auch, was er bedeutet, wird aber nicht gelangweilt mit seitenlangem Schlachtgetümmel. Klasse. Wobei Nebensätze wie: "...schien vergessen zu haben, dass seine Zuhörer Frauen waren, also im Grunde nichts von dem verstanden, was er sagte..." die weibliche Leserschaft zumindest zum Schnauben bringen dürfte. Und schon wieder eine Gratwanderung ...Beim Marzipanmädchen habe ich ab und zu zu hören bekommen, dass eine Frau in der damaligen Zeit gar nicht dies oder jenes hätte tun können. Recherchen zeigen mir: Stimmt nicht. Die Frauen hatten oft mehr Einfluss, als man vermutet. Trotzdem haben sie natürlich eine völlig andere Rolle gespielt als Männer. Dass viele Kerle damals davon ausgingen, eine Frau versteht nichts von Politik, und sollte sich auch gar nicht damit befassen, dürfte feststehen. Das muss ich dann auch meinen Leserinnen in Nebensätzen zumuten 
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Anna
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« Antworten #10 am: 29. März 2009, 21:23:07 » |
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Ich glaube, ich bin die Nachzüglerin. 
Es liest sich nach wie vor sehr spannend!
Der Vater von Johannes scheint ja nicht gerade sehr begeistert von Femke zu sein. Und gemein von ihm, dass er ihr die Grüße von Johannes nicht ausgerichtet hat! 
Ich fand es sehr nett von Johannes, dass er seine Cousine Wilma schickt und dass sie sich so wunderbar mit Femke versteht!
Fast hätte man es sich denken können, dass Wilma schwanger wird, aber es war dann doch eine rührende Nachricht. Ich habe gestern einer 36jährigen, die nicht schwanger wird und sich seit vier Jahren schon ein Kind wünscht, nahe glegt, eine Bernsteinkette zu tragen. So sehr hat mich das Buch schon gefangen genommen.
Mich hat genauso wie Euch sehr gestört, dass Femke kein Geld für ihre Arbeit nimmt! Aber sie hätte ja auch das Geld für Delius nehmen können, denn er nagte ja auch am Hungertuch und war bedürftig!
Schade, dass nicht erzählt wurde, was Femke aus der Bernsteinkette des Bauern gemacht hat.
Klasse, der Ruck, der durch Femke geht, was das Politische anbelangt! Fand ich super!
Die Szene, wie Femke den Franzosen Wein bringt, fand ich sehr spannend. Und ich habe über die Machbarkeit eigentlich nicht gezweifelt, konnte es mir sehr gut vorstellen! Der Vorgesetzte war ja auch sehr skeptisch. Doch Femke hat auch sehr gut geredet und ihr Anliegen vorgebracht und gut fand ich auch, dass sie den Wein probieren musste! Daran hatte ich auch gedacht, ob die Franzosen sich eine Vergiftung nicht vorstellen konnten ... War alles drin. Schön!
Und dass Femke Johannes wiedersieht, da war ich dann auch heilfroh. Ich muss sagen, ich lechze so ein bisschen nach Liebe in dem Buch, die wird ja sehr sparsam gehalten. Von daher habe ich mich sehr über das Wiedersehen zwischen den beiden gefreut!
Den Krieg mit Napoleon aus deutscher Sicht, wie er überall in Deutschland einmarschiert, das hatte ich so auch nicht in meinem Kopf verankert und kann Dir, Cait, nur Recht geben: das fand ich auch super spannend!!! Dann fiel mir ein, dass Napoleon ja auch so ein Größenwahnsinniger war, so wie Hitler, der immer mehr Ländereien wollte udn noch mehr ... Und auch, dass Hitler ja oft seine rechte Hand so wie Napoleon in seinem Mitteleinschub seines Gehrockes trug. Hitler hatte ihm ja angeblich nachgeeifert. Wirklich klasse, das aus diesem Blickwinkel zu lesen!
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sanne
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« Antworten #11 am: 02. April 2009, 16:08:18 » |
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Hallo ihr Lieben  jedesmal wenn ich in Travemünde war und am Priwall rumspaziert bin oder in der Vorderreihe, musste ich an Toni Buddenbrook denken und ihre unerfüllte Liebe zu Morten Schwarzkopf - und wie die beiden "auf den Steinen" saßen. Jetzt hat Lena ein weiteres poetisches Bild in meine Phantasie gemalt und ich werde in Zukunft auch an Femke denken und diese wunderschöne Szene am Strand. Diese Mitnahme des Covermotivs in die Geschichte ist so passend und zauberhaft, das habe ich so noch nie erlebt.  Femke vollzieht so ganz allmählich eine innere Entwicklung, die sie reifer macht und gleichzeitig in Einklang bringt mit ihren intuitiven Fähigkeiten. Wunderschön sind die Szenen mit der russischen Schwimmerin und wie Femke sich dann traut, die Leine loszulassen und sich zum ersten Mal der Umarmung des Meers überlässt. Auch darin liegt ein weiterer Schritt zu mehr Freiheit und Selbstvertrauen. Dann ihre Begegnung mit Wilma und die Bernsteinwiege - auch das eine wichtige Erfahrung hinsichtlich ihrer eigenen Weiblichkeit. Mir gefällt sehr gut, wie leicht und unaufdringlich du erzählst, liebe Lena, und deine zarten symbolischen Bilder und Szenen. Die napoleonischen Kriege haben ganz Europa erschüttert und gehen auch nicht spurlos an Lübeck vorbei. Es ist eine grausame Erfahrung, dass die eigene Heimat, die vertraute und geliebte Umgebung nicht sicher vor Zerstörung und Gewalt ist. Dennoch führt der Krieg Johannes und Femke wieder zusammen und ich hoffe sehr, dass die Sache gut ausgeht für die beiden...... 
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Geli
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« Antworten #12 am: 02. April 2009, 21:40:40 » |
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Hallo ihr Lieben  jedesmal wenn ich in Travemünde war und am Priwall rumspaziert bin oder in der Vorderreihe, musste ich an Toni Buddenbrook denken und ihre unerfüllte Liebe zu Morten Schwarzkopf - und wie die beiden "auf den Steinen" saßen. Ja, das geht mir auch so, dass ich mit Travemünde die Buddenbrooks verbinde.
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Lena J.
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« Antworten #13 am: 03. April 2009, 12:19:57 » |
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jedesmal wenn ich in Travemünde war und am Priwall rumspaziert bin oder in der Vorderreihe, musste ich an Toni Buddenbrook denken und ihre unerfüllte Liebe zu Morten Schwarzkopf - und wie die beiden "auf den Steinen" saßen. Jetzt hat Lena ein weiteres poetisches Bild in meine Phantasie gemalt und ich werde in Zukunft auch an Femke denken und diese wunderschöne Szene am Strand. Diese Mitnahme des Covermotivs in die Geschichte ist so passend und zauberhaft, das habe ich so noch nie erlebt.  Wahrscheinlich inspiriert Travemünde mich immer so sehr; es ist meine heimliche Liebe! Auch im Marzipanmädchen musste ich unbedingt Travemünde einbauen und ihm eine große Bedeutung geben. Als ich dann dieses gelungene Cover sah, war gleich klar, dass es diese Szene geben muss. Mir gefällt sehr gut, wie leicht und unaufdringlich du erzählst, liebe Lena, und deine zarten symbolischen Bilder und Szenen. Vielen lieben Dank! Ich möchte dir gern ein Kompliment zurückgeben. Du beobachtest sehr genau und verpackst das Ergebnis in wunderschöne Worte. Wirklich großartig! 
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sanne
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« Antworten #14 am: 03. April 2009, 21:20:43 » |
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Danke, liebe Lena  dein Lob freut mich ganz besonders. 
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