Ich fühle mich verarscht

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Na gut, ich verzeihe dir, Corinna. Jetzt habe ich mir soviele Gedanken zu den Geschwistern gemacht, wann sie wie ihre Rollen getauscht haben könnten, wer wann wo wie umgekommen ist... aber auf die Idee, dass Marie schon seit Jahren tot ist und Doro einfach in Marie geschlüpft ist - DARAUF wäre ich nicht gekommen. Und ich finde es gemein. Jawoll! Aus zweierlei Gründen: Zum einen weil mir Marie irgendwie immer sympathischer war als Doro und weil ich finde, dass Marie DAS ALLES ÜBERHAUPT NICHT verdient hat.
Und zum anderen weil auch Doro das so nicht verdient hat.
Und weil Viktoria diesen Juristenschnösel auch nicht verdient hat - den sie ja zum Glück auch nicht bekommt

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Ansonsten bin ich ziemlich begeistert über das Buch. Was habe ich mit Marie gelitten (und auch mit Doro - unbeabsichtigter Weise

). Muß man als Autor eigentlich ein Sadist sein?

Daraus könnte man auch einen - zugegeben - schlechten Witz machen: Was haben Autoren und Zahnärzt gemeinsam? - Beide sind Sadisten.
Was bleibt mir noch zu sagen zu diesem Teil?
Es ist schon aufregend und interessant, wie Viktoria und Roman nach und nach - auch mit Hilfe von Viktorias aufgeschrieben Interpretationen der Gemälde - dem Ganzen auf die Schliche kommen. Allerdings finde ich es schon ein bißchen viel, das alles. Also das Viktoria immer mitten ins schwarze getroffen hat und das beide dann letzten Endes auch noch die Urenkel von Doro sein müssen. Ganz klar, rein weg vom Schriftstellerischen waren die Ideen klasse, die Spannung im Buch hat immer gestimmt und dass sich zum Schluß auch alles so schön aufgelöst hat, ist auch gut. Nur das Viktoria die Enkelin von Johanna sein mußte... hmm. Sicherlich, irgendwie mußte das Kind wieder zurück in die Handlung und so erklärt sich auch, wieso Martin das Haus unbedingt an Roman und Viktoria vererben mußte. Trotzdem... Mir ist es einfach zu viel - so wie einem Schokopudding zu süß sein kann, obwohl man Schokolade gerne isst. Mir ist es zu "quengelig". Ich hoffe, du weißt, was ich damit ausdrücken möchte, Corinna.
Mir sind Viktoria und Roman ein bisschen zu eng miteinander verwandt, als dass ich da so ganz guten Gewissens diese Beziehung gut heißen kann.
Ich weiß, das ist kein Inzest und kein Problem aber vielleicht bin ich da ein bisschen empfindlich.
Na zu eng sind sie mir nicht verwandt, das ist nicht das Problem, das ich habe. Mich stört eher, dass sie überhaupt verwandt sind. Bauchgefühl - ich kann es nicht erklären.
Was mich auch noch ein bisschen ist die Rolle von Martin Niemann. Das dieser Schatten auf ihn fällt gefällt mir nicht. Hat er wirklich eigennützig gehandelt? Hat er Melli ausgenutzt? Das würde die ganze Freude doch ein wenig verdunkeln!
Aber wahrscheinlich ist das einfach Interpretationssache. Viktoria hatte ein spontan gutes Gefühl als sie Martin Niemann auf ihrer Lesereise gesehen hatte und daran halte ich mich jetzt fest!
Johann war ein guter Mensch, und ich hoffe sein Sohn ist nicht verbittert aufgewachsen. Außerdem hat er bis zu Maries/Doros und seinem Tod gewartet bevor er das Geheimnis gelüftet hat.
Ich denke schon, dass Martin ein anständiger Kerl war. Aber war eben auch Jurist. Und in der Justerei haben Gefühle an sich wenig Platz. Also denke ich mir, hat er einfach beides miteinander verbunden, auch wenn es sonst nicht seine Art war. Er war so anständig, sich um Doro zu kümmern und hat sein Versprechen nicht gebrochen; allerdings ist ihm auch daran gelegen, dass die Wahrheit über die Familie ans Licht kommt. Das kann ich ihm nicht verübeln. In dieser Geschichte ist soviel schief gelaufen und eine Person hat viel mehr unter ihr leiden müssen, als andere - Doro nämlich (auch wenn ich immernoch finde, dass das größte Opfer überhaupt Marie gewesen ist!). Das er da ein wenig Recht spielen wollte, kann ich nachfühlen. Und selbst wenn er sich auf diese Weise an den von Hassbachs rächen wollte, für seinen Vater oder auch für sich selbst - wer weiß das schon so genau - so tut er es doch mit allen Anstand, den es in dieser Situation gibt. Ich finde also schon, dass Martin ein guter Mensch war.
Will Doro so wieder gut machen was sie Marie angetan hat? Warum mussten die beiden unzertrennlichen Zwillinge aus ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt streiten? Womit haben die Beiden diesen Unfall verdient, war nicht alles schon schlimm genug?
Ich empfinde es schon so, dass Doro etwas an Marie wieder gutmachen möchte, das man so nicht gut machen kann. Ja, es war ein Unfall und Unfälle passieren, egal wie tragisch die Umstände auch sind. Aber Doro wird wissen, dass sie in der Nacht vollkommen überreagiert hat, als Marie die Treppe runter gestürzt ist. Das hätte nicht passieren müssen. Aber natürlich hat auch Doro unter enormen Druck gestanden. Sie trägt in meinen Augen schon die Verantwortung für diesen Unfall - aber ich würde sie nicht schuldig sprechen, so paradox das klingen mag.
Wahrscheinlich wird sie das ähnlich sehen und sich darum selber strafen, indem sie fortan Maries Leben lebt. Wahrscheinlich passiert das unbewusst und genauso unbewusst wird sie sich letzten Endes wahrscheinlich auch für einen Ehemann entschieden haben, der ganz offensichtlich nicht gut für sie ist. Weil sie sich eben selber strafen möchte.
Und Henrik, hat er wirklich gehofft, dass Viktoria Roman nun verlässt und zu ihm zurück kommt? Ich finde er ist ganz schön gemein, auch zu seiner Schwester! Glaubt er wirklich was er da über Martin sagt oder ist er erfersüchtig?
Ja und ja. Er hat wirklich gehofft, dass er Viktoria zurück bekommt und dass er ihr Roman madig machen kann. Und er ist gemein und eifersüchtig. Aber nichts anderes hätte ich ihm zugetraut. Ich hätte es schade gefunden, wenn er sich nicht nochmal so deutlich geoutet hätte.
Aber auch ein bisschen ein Wermutsstropfen für mich weil sowohl Martina als auch die Beziehung zwischen Viktoria und Roman einen ganz leichten faden Beigeschmack für mich bekommen haben.
Das kann ich so nicht sagen. Martin hat getan, was er für richtig hielt und letzten Endes ist das auch richtig so. Ich würde ihm da keinen Strick draus drehen. Viktoria und Roman ... ist doch schön, dass die beiden zusammen sind.
Mich stört halt nach wie vor, dass Marie soviel Unrecht geschehen ist, sie alles ausbaden mußte und zum Schluß auch noch die tote Schwester ist. Und dann dieses dicke Happy End mit der glücken Familienzusammenführung und der wieder aufgetauchten Johanna. Na ja - ich bekenne mich ja zu einem Fan von Romanen ohne Happy End

. Ich hätte es auch gut gefunden, wenn Roman und Viktoria so eng verwandt gewesen wären, dass sie nicht hätten zusammen bleiben dürfen. DAS wäre ein klasse Ende gewesen. Und ich höre euch schon wieder schimpfen

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Hallo!
Sie hat befürchtet, dass sich wie auch immer geartete Hinweise auf diese dunkle Sache in der „Kranichburg“ finden
Ich komme nochmal auf unsere Diskussion zurück, die wir im vorherigen Abschnitt gespoilert haben. Hat die Kranichbrug einen guten oder bösen "Charakter". Ich finde es ja immer noch erstaunlich dass Marie/Doro bis zum Ende ihres Lebens in der Kranichburg geblieben ist, dieses Haus symbolisiert doch eigentlich nichts Gutes für sie.
Und auch Sophie befürchtet ja anscheinend "schlimme Dinge" bzw Hinweise die gegen ihre Familie verwendet werden können in der Kranichburg. Warum ist dieses Haus immer noch im Besitz der Familie? Hat Marie es vererbt bekommen, gehörte es ihr, konnte sie es weiter vererben nach ihrem Tod?
Und ich finde schon dass die Kranichburg am Ende wieder rehabilitiert ist, Roman und Viktoria machen sie wieder zu einem schönen Zuhause, das gefällt mir und das Haus hat es verdient!
Also das Haus als solches kann unmöglich gut oder schlecht sein. Es ist ein Haus. Sicherlich kann es Emotionen transportieren, aber für mich war die Kranichburg immer etwas Gutes. Aber das habe ich ja im letzten Abschnitt schon gesagt. Die Kranichburg war ein neuer Anfang für Doro. Und das ist ihr sicherlich irgendwann auch aufgegangen.
So, ich glaube, jetzt habe ich alles gesagt - fürs erste

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