Hallo zusammen!
Bevor ich es komplett vergesse oder mir dann irgendwann die Eindrücke fehlen, die ich posten wollte, nehme ich mir jetzt mal die Zeit, ein bißchen zu posten. Bei Cappuccino geht das gleich nochmal so gut

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Da sich dieser komplette Abschnitt lediglich um Viktorias ausgeprägte Schriftstellerfantasie dreht, würde ich da eigentlich nicht sooooviel zu sagen wollen. Aber ich habe schon gesehen, dass einige andere doch viel dazu zu sagen
hatten. Was vielleicht auch ganz gut ist, denn sonst wäre dieser Teil von mir sehr Stiefkindlich behandelt worden.
Was mich betrifft: Ich habe diesen Teil mit gemischten Gefühlen gelesen.
Sehr gut hat mir gefallen, dass ich sofort im Geschehen drin war, es waren die 1920er Jahre und schon diese Atmosphäre war grandios. Maries Leben stellte sich mir als Strafe dar, alles war triest, sie lebte an der Seite eines Mannes, der weder Wärme noch Liebe geben konnte. Einziger Sonnenschein Sophie. Und dann taucht Johann wieder auf und alles wird nochmal viel schlimmer als es ohnehin schon ist.
Was mir weniger gut gefallen hat, an diesem Teil zeigt sich leider erst in Verbindung mit dem nächsten und somit letzten. Viktoria hat sicherlich viel Fantasie und durch ihre Familiengeschichten, mit denen sie sich ihr Brot verdient, sicher auch einiges an Erfahrung was verzwickte Bande angeht.
Tja, mehr kann ich von meiner Seite aus nicht sagen, weil ich diesen Abschnitt als das genommen habe, was er wohl auch sein sollte - reine Spekulation.
Jetzt gucke ich mal, was die anderen dazu meinten.
Kurz habe ich darüber nachgedacht ob die Zwillinge noch immer ihr altes Spiel spielen und Marie tatsächlich Doro ist.
Darüber habe ich schon seit dem Dampferunglück nachgedacht. Gut, da beide laufend wieder gemeinsam aufgetaucht sind, konnte ich mir darauf keinen Reim machen (außer natürlich einer ausgeprägten Schizophrenie). Aber das hätte ich mir dann doch nicht unbedingt für eine der beiden Schwestern gewünscht. Zumal sich nachher zumindest diese Theorie von mir zerschlagen hat, weil es schon beide Mädchen brauchte um Ulrich hinters Licht zu führen. Aber wer letzten Endes wer war, hätte ich nach den zig Rollenwechseln nicht mehr beschwören können. Zwischendrin habe ich sogar ernsthaft überlegt, ob die Mädchen nicht vielleicht doch ihre Rollen tauschen würden. Also das Marie Ulrich als Doro heiratet und das Doro einfach als Marie weiterlebt und vielleicht sogar hätte glücklich werden können mit Johann. Ach, ich bin ganz schön Karussell gefahren, das kann ich euch sagen.
Sie hat sich einfach ihre eigene Welt gebaut, aber ist das nicht das Gleiche wie Wahnsinn, wenigstens nach außen hin

?
Ich glaube, wenn man wirklich so ein Leben leben muß, wie es Marie tut - mit einem Mann verheiratet, den man weder liebt noch achtet noch schätzt; quasi gefangen in einem goldenen Käfig, denn Marie hätte niemals tun können, was sie hätte tun wollen; und dann auch noch einen der wichtigsten Menschen in seinem Leben zu verlieren (egal ob Doro tot ist, oder sonstwo ist), dann sucht mach sich ein Ventil um mit der Lage klar zu kommen. Und ob eine "Fluchtwelt" nun das schlimmste ist, was man sich antun kann... Es kommt wohl immer darauf an, WELCHE Welt man sich schafft. Ich kann ja nur von mir sprechen, aber ich flüchte gerne mal in eine andere Welt mit Hilfe von Büchern, wenn es mir selber nicht so gut geht. Und wenn es mir gut geht, dann tue ich das ja auch

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Und sie beobachtet wie er verscharrt wird. Wie kann sie sich ab da ihres Lebens noch sicher sein? Ob Georg wirklich hofft, dass sie nichts sagt? Hätte er nicht besser ihren Selbstmord vortäuschen können? Nicht dass ihr mich falsch versteht, natürlich bin ich froh, dass Marie lebt aber hätte das an Georgs Stelle nicht mehr Sinn gemacht?
Ich glaube, Georg war es ganz recht, dass Marie "komisch" wurde. Einfach hätte sie es ihm nicht machen können. Zum einen glaubt niemand jemandem, der ganz offensichtlich "verwirrt" ist, zum anderen war Marie klar genung, um zu wissen, was ihr passiert, wenn sie den Mund auf macht. Das sie letzten Endes in der Kranichburg gelandet ist, war vielleicht sogar Glück im Unglück. Sie war zwar alleine, ohne ihr Kind, aber sie mußte auch nicht ihren Mann ertragen. Sie konnte sich ihr eigenes Leben einrichten, ohne irgendwelche Verpflichtungen. Bis sie das so gesehen hat, wird es zwar eine Weile gedauert haben, aber irgendwann hatte sie sich ja eingerichtet, nicht nur im Haus sondern auch in ihrem neuen Leben. Und seit dem Tag ging es ihr auch seelisch besser.
Aber wie kann Maries Mutter das Alles mitmachen, sie sagt sie hat alles verloren! Nun auch ihre 2. Tochter! Redet sie sich selber ein, dass Georg recht hat?
Menschen neigen dazu, zu glauben, was ihnen am besten erscheint. Zum einen hat Maries Mutter immer so gelebt, dass es dem Ansehen des Hauses entspricht, das wird ihr in Fleisch und Blut übergegangen sein. Zum anderen glaubt sie wahrscheinlich auch Georg, der wird ja einigermaßen überzeugend gewesen sein, und sei es durch härte. Und dann war Marie ganz offensichtlich nicht mehr sie selbst. Wieso hätte sie also nicht auf Georg hören sollen?
Aber ansonsten stelle ich mir Maries Leben in der Kranichburg sehr schlimm vor. Und was mir jetzt erst bewusst wird: irgendwie dachte ich die ganze Zeit dass die Kranichburg ein "gutes" Haus ist, ein Rückzug für Marie, aber im Grunde nahm hier das Unglück seinen Anfang und hier endet das Unglück auch wieder, denn Marie wird in Grund in die Kranichburg eingesperrt!
Also ist das Haus eher voller negativer Gefühle, das war mir vorher gar nicht klar, da habe ich das Haus durchaus positiv gesehen!
Die Kranichburg IST ein gutes Haus! Eigentlich hängen viele gute Erinnerungen an ihm - die Ferien. Sicherlich kann sind auch weniger gute Dinge dort passiert, aber ich denke, Marie hat sich später im Haus trotzdem wohl gefühlt. Die Kranichburg hat nämlich auch ein neuer Anfang sein können. Nachdem Marie quasi verbannt worden ist, war es sicherlich erstmal schwer. Aber nach den ersten Jahren, wurde es besser. Und wie ich weiter oben schon gesagt habe, durch das Haus konnte sie auch einen neuen Anfang wagen - fern ab von Familie und Ehemann. Wie sie dieses neue Leben letztlich gestaltet hat, bleibt ihr überlassen. Aber da kann das Haus nicht zu.
Für mich jedenfalls transport die Kranichburg durchaus positive Gefühle und Emotionen.
Ja, Tintagel: Marie ist auch mein Mädchen! Meine Güte, kann die einem leid tun. Kriegt den Typen nicht und muss auch noch ausbaden, was die Schwester eingebrockt hat. Es ist grausam. Was muss sie für eine unglaubliche Angst vor ihm gehabt haben. (Was das Fratzen-Bild ja auch zeigt). Es ist ja quasi als Erlösung zu werten, dass sie n i c h t in seiner Nähe leben muss. Liebe Corinna, das ist sehr plastisch und verständlich dargestellt. Hast Du nicht auch sehr darunter gelitten, soviel Ungerechtigkeit über sie ergehen zu lassen? Man möchte sie vor deiner Phantasie in Schutz nehmen.

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Genau! So sehe ich das auch. Egal wie schlimm es war (und für meine Begriffe war es
sehr schlimm, dieses Leben für Marie) in der Kranichburg hätte es eigentlich nur besser werden können. Weil sie von Georg weg war. Diese Distanz zwischen Stralsund und Wustrow ist in diesem Moment bestimmt auch symbolisch zu sehen. Es ist eine Strecke, die man zwar gut und schnell überwinden kann, aber es ist auch eine Strecke, die man nicht zwingend überwinden muß. Und Georg macht mir nicht den Eindruck als wolle er sie überwinden. So ist es für beide Seiten angenehmer und leichter - jedenfalls sobald Marie sich über diesen Vorteil klar wird.
ich sag es mal in der Hipphopp-Sprache: "
heißer Scheiß!" Wahnsinn!

DANKE sehr!

(Aber da sieht man mal, wie hoffnungslos altmodisch ich bin: Ich hab null Ahnung von Hipphopp, aber es gefällt mir!

)

- so neumodisch werde ich auch 100 Jahren nicht werden können, dass ich mich mit Hipphopp indentifizieren kann.