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09. September 2010, 19:10:16


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Autor Thema: Die verborgene Kammer - Teil 4 Seite 430 - Seite 484  (Gelesen 485 mal)
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Corinna
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« Antworten #15 am: 07. Juni 2009, 15:22:16 »

ich sag es mal in der Hipphopp-Sprache: "heißer Scheiß!" Wahnsinn!  klatschen klatschen klatschen

DANKE sehr!  schoen schoen schoen (Aber da sieht man mal, wie hoffnungslos altmodisch ich bin: Ich hab null Ahnung von Hipphopp, aber es gefällt mir!  )

Der kursive Teil ist wirklich stark. (Ich wiederhole mich. Hab ich glaube ich auch über die Graue Zone gesagt, oder? Ihr seht schon, ich bin eher so ein Rückblenden-Typ...)

Oder vielleicht ganz einfach ein "historischer Typ"? Denn all die anders dargestellten Teile spielen ja in der Vergangenheit.

Ich wette, die finden die Leiche von Johann genau an der Stelle, wo Viktoria sie vermutet. Auch wenn ich weiß, dass das, falls das zutreffen sollte, ja nur eine Idee von Corinna ist, genieße ich diesen dramaturgischen Trick. Weil es so geschickt ist, dass ich es gar nicht als Trick bemerke.  klatschen

Das ist ein tolles Kompliment, danke schön!  peinlich

Ich mag auch diese Vermischung verschiedener Medien: Tagebuch, eigenes Protokoll, Bilder, Haus. ... Erzählungen. (Läuft so eine Recherche?  )

Jaja. Irgendwie ... schon.  Das macht Recherche ja so faszinierend!
Liebe Corinna, das ist sehr plastisch und verständlich dargestellt. Hast Du nicht auch sehr darunter gelitten, soviel Ungerechtigkeit über sie ergehen zu lassen? Man möchte sie vor deiner Phantasie in Schutz nehmen.  .

Doch, hab ich.  

So, mir fällt jetzt nicht mehr soviel ein, was ich fragen kann. Außerdem will ich jetzt wissen, wie es ausgeht.
Übrigens: Über den Marie-Suspense ist mir in der Zwischenzeit leider völlig egal geworden, was aus unser Viktoria geworden ist. Ich hoffe jedenfalls, dass sie es nicht so schlimm trifft, wie Marie. Das kann man in einem Buch nicht gleich zweimal machen. Das halte ich nicht aus. Das wäre zu schlimm.

Na, wenn's dir egal ist, müsste es Dir doch eigentlich egal sein... grins

*Gar nicht, liebe Corinna! Beim mir ist alles wahr. Echt. Versprochen. *zweifingerübereinanderkreuz* Sagen wir es mal so: In zirka, naja, vielleicht ... fünf Jahren verrate ich Euch allen ein Geheimnis.  rofl

Das ist aber noch seeeehr lange hin!  lol
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Liebe Grüße
Corinna
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« Antworten #16 am: 12. Juni 2009, 11:50:46 »

Hallo zusammen!

Bevor ich es komplett vergesse oder mir dann irgendwann die Eindrücke fehlen, die ich posten wollte, nehme ich mir jetzt mal die Zeit, ein bißchen zu posten. Bei Cappuccino geht das gleich nochmal so gut  grins.

Da sich dieser komplette Abschnitt lediglich um Viktorias ausgeprägte Schriftstellerfantasie dreht, würde ich da eigentlich nicht sooooviel zu sagen wollen. Aber ich habe schon gesehen, dass einige andere doch viel dazu zu sagen hatten. Was vielleicht auch ganz gut ist, denn sonst wäre dieser Teil von mir sehr Stiefkindlich behandelt worden.

Was mich betrifft: Ich habe diesen Teil mit gemischten Gefühlen gelesen.
Sehr gut hat mir gefallen, dass ich sofort im Geschehen drin war, es waren die 1920er Jahre und schon diese Atmosphäre war grandios. Maries Leben stellte sich mir als Strafe dar, alles war triest, sie lebte an der Seite eines Mannes, der weder Wärme noch Liebe geben konnte. Einziger Sonnenschein Sophie. Und dann taucht Johann wieder auf und alles wird nochmal viel schlimmer als es ohnehin schon ist.
Was mir weniger gut gefallen hat, an diesem Teil zeigt sich leider erst in Verbindung mit dem nächsten und somit letzten. Viktoria hat sicherlich viel Fantasie und durch ihre Familiengeschichten, mit denen sie sich ihr Brot verdient, sicher auch einiges an Erfahrung was verzwickte Bande angeht.
Tja, mehr kann ich von meiner Seite aus nicht sagen, weil ich diesen Abschnitt als das genommen habe, was er wohl auch sein sollte - reine Spekulation.
Jetzt gucke ich mal, was die anderen dazu meinten.

Kurz habe ich darüber nachgedacht ob die Zwillinge noch immer ihr altes Spiel spielen und Marie tatsächlich Doro ist.

Darüber habe ich schon seit dem Dampferunglück nachgedacht. Gut, da beide laufend wieder gemeinsam aufgetaucht sind, konnte ich mir darauf keinen Reim machen (außer natürlich einer ausgeprägten Schizophrenie). Aber das hätte ich mir dann doch nicht unbedingt für eine der beiden Schwestern gewünscht. Zumal sich nachher zumindest diese Theorie von mir zerschlagen hat, weil es schon beide Mädchen brauchte um Ulrich hinters Licht zu führen. Aber wer letzten Endes wer war, hätte ich nach den zig Rollenwechseln nicht mehr beschwören können. Zwischendrin habe ich sogar ernsthaft überlegt, ob die Mädchen nicht vielleicht doch ihre Rollen tauschen würden. Also das Marie Ulrich als Doro heiratet und das Doro einfach als Marie weiterlebt und vielleicht sogar hätte glücklich werden können mit Johann. Ach, ich bin ganz schön Karussell gefahren, das kann ich euch sagen.

Sie hat sich einfach ihre eigene Welt gebaut, aber ist das nicht das Gleiche wie Wahnsinn, wenigstens nach außen hin  grübel?

Ich glaube, wenn man wirklich so ein Leben leben muß, wie es Marie tut - mit einem Mann verheiratet, den man weder liebt noch achtet noch schätzt; quasi gefangen in einem goldenen Käfig, denn Marie hätte niemals tun können, was sie hätte tun wollen; und dann auch noch einen der wichtigsten Menschen in seinem Leben zu verlieren (egal ob Doro tot ist, oder sonstwo ist), dann sucht mach sich ein Ventil um mit der Lage klar zu kommen. Und ob eine "Fluchtwelt" nun das schlimmste ist, was man sich antun kann... Es kommt wohl immer darauf an, WELCHE Welt man sich schafft. Ich kann ja nur von mir sprechen, aber ich flüchte gerne mal in eine andere Welt mit Hilfe von Büchern, wenn es mir selber nicht so gut geht. Und wenn es mir gut geht, dann tue ich das ja auch  grins.

Und sie beobachtet wie er verscharrt wird. Wie kann sie sich ab da ihres Lebens noch sicher sein? Ob Georg wirklich hofft, dass sie nichts sagt? Hätte er nicht besser ihren Selbstmord vortäuschen können? Nicht dass ihr mich falsch versteht, natürlich bin ich froh, dass Marie lebt aber hätte das an Georgs Stelle nicht mehr Sinn gemacht?

Ich glaube, Georg war es ganz recht, dass Marie "komisch" wurde. Einfach hätte sie es ihm nicht machen können. Zum einen glaubt niemand jemandem, der ganz offensichtlich "verwirrt" ist, zum anderen war Marie klar genung, um zu wissen, was ihr passiert, wenn sie den Mund auf macht. Das sie letzten Endes in der Kranichburg gelandet ist, war vielleicht sogar Glück im Unglück. Sie war zwar alleine, ohne ihr Kind, aber sie mußte auch nicht ihren Mann ertragen. Sie konnte sich ihr eigenes Leben einrichten, ohne irgendwelche Verpflichtungen. Bis sie das so gesehen hat, wird es zwar eine Weile gedauert haben, aber irgendwann hatte sie sich ja eingerichtet, nicht nur im Haus sondern auch in ihrem neuen Leben. Und seit dem Tag ging es ihr auch seelisch besser.

Aber wie kann Maries Mutter das Alles mitmachen, sie sagt sie hat alles verloren! Nun auch ihre 2. Tochter! Redet sie sich selber ein, dass Georg recht hat?

Menschen neigen dazu, zu glauben, was ihnen am besten erscheint. Zum einen hat Maries Mutter immer so gelebt, dass es dem Ansehen des Hauses entspricht, das wird ihr in Fleisch und Blut übergegangen sein. Zum anderen glaubt sie wahrscheinlich auch Georg, der wird ja einigermaßen überzeugend gewesen sein, und sei es durch härte. Und dann war Marie ganz offensichtlich nicht mehr sie selbst. Wieso hätte sie also nicht auf Georg hören sollen?

Aber ansonsten stelle ich mir Maries Leben in der Kranichburg sehr schlimm vor. Und was mir jetzt erst bewusst wird: irgendwie dachte ich die ganze Zeit dass die Kranichburg ein "gutes" Haus ist, ein Rückzug für Marie, aber im Grunde nahm hier das Unglück seinen Anfang und hier endet das Unglück auch wieder, denn Marie wird in Grund in die Kranichburg eingesperrt!
Also ist das Haus eher voller negativer Gefühle, das war mir vorher gar nicht klar, da habe ich das Haus durchaus positiv gesehen!

Die Kranichburg IST ein gutes Haus! Eigentlich hängen viele gute Erinnerungen an ihm - die Ferien. Sicherlich kann sind auch weniger gute Dinge dort passiert, aber ich denke, Marie hat sich später im Haus trotzdem wohl gefühlt. Die Kranichburg hat nämlich auch ein neuer Anfang sein können. Nachdem Marie quasi verbannt worden ist, war es sicherlich erstmal schwer. Aber nach den ersten Jahren, wurde es besser. Und wie ich weiter oben schon gesagt habe, durch das Haus konnte sie auch einen neuen Anfang wagen - fern ab von Familie und Ehemann. Wie sie dieses neue Leben letztlich gestaltet hat, bleibt ihr überlassen. Aber da kann das Haus nicht zu.

Für mich jedenfalls transport die Kranichburg durchaus positive Gefühle und Emotionen.

Ja, Tintagel: Marie ist auch mein Mädchen! Meine Güte, kann die einem leid tun. Kriegt den Typen nicht und muss auch noch ausbaden, was die Schwester eingebrockt hat. Es ist grausam. Was muss sie für eine unglaubliche Angst vor ihm gehabt haben. (Was das Fratzen-Bild ja auch zeigt). Es ist ja quasi als Erlösung zu werten, dass sie n i c h t in seiner Nähe leben muss. Liebe Corinna, das ist sehr plastisch und verständlich dargestellt. Hast Du nicht auch sehr darunter gelitten, soviel Ungerechtigkeit über sie ergehen zu lassen? Man möchte sie vor deiner Phantasie in Schutz nehmen.  .

Genau! So sehe ich das auch. Egal wie schlimm es war (und für meine Begriffe war es sehr schlimm, dieses Leben für Marie) in der Kranichburg hätte es eigentlich nur besser werden können. Weil sie von Georg weg war. Diese Distanz zwischen Stralsund und Wustrow ist in diesem Moment bestimmt auch symbolisch zu sehen. Es ist eine Strecke, die man zwar gut und schnell überwinden kann, aber es ist auch eine Strecke, die man nicht zwingend überwinden muß. Und Georg macht mir nicht den Eindruck als wolle er sie überwinden. So ist es für beide Seiten angenehmer und leichter - jedenfalls sobald Marie sich über diesen Vorteil klar wird.

ich sag es mal in der Hipphopp-Sprache: "heißer Scheiß!" Wahnsinn!  klatschen klatschen klatschen

DANKE sehr!  schoen schoen schoen (Aber da sieht man mal, wie hoffnungslos altmodisch ich bin: Ich hab null Ahnung von Hipphopp, aber es gefällt mir!  )

 rofl - so neumodisch werde ich auch 100 Jahren nicht werden können, dass ich mich mit Hipphopp indentifizieren kann. 

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Auf zu neuen Abenteuern ...

Ich lese gerade:

Tage wie diese - John Green / Maureen Johnson / Lauren Myracle


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Corinna
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« Antworten #17 am: 12. Juni 2009, 20:49:32 »

Was mich betrifft: Ich habe diesen Teil mit gemischten Gefühlen gelesen.
Sehr gut hat mir gefallen, dass ich sofort im Geschehen drin war, es waren die 1920er Jahre und schon diese Atmosphäre war grandios. Maries Leben stellte sich mir als Strafe dar, alles war triest, sie lebte an der Seite eines Mannes, der weder Wärme noch Liebe geben konnte. Einziger Sonnenschein Sophie. Und dann taucht Johann wieder auf und alles wird nochmal viel schlimmer als es ohnehin schon ist.
Was mir weniger gut gefallen hat, an diesem Teil zeigt sich leider erst in Verbindung mit dem nächsten und somit letzten. Viktoria hat sicherlich viel Fantasie und durch ihre Familiengeschichten, mit denen sie sich ihr Brot verdient, sicher auch einiges an Erfahrung was verzwickte Bande angeht.

Freut mich, dass ich die Atmosphäre gut rübergebracht habe!  schoen

Kurz habe ich darüber nachgedacht ob die Zwillinge noch immer ihr altes Spiel spielen und Marie tatsächlich Doro ist.

Darüber habe ich schon seit dem Dampferunglück nachgedacht. Gut, da beide laufend wieder gemeinsam aufgetaucht sind, konnte ich mir darauf keinen Reim machen (außer natürlich einer ausgeprägten Schizophrenie). Aber das hätte ich mir dann doch nicht unbedingt für eine der beiden Schwestern gewünscht. Zumal sich nachher zumindest diese Theorie von mir zerschlagen hat, weil es schon beide Mädchen brauchte um Ulrich hinters Licht zu führen. Aber wer letzten Endes wer war, hätte ich nach den zig Rollenwechseln nicht mehr beschwören können. Zwischendrin habe ich sogar ernsthaft überlegt, ob die Mädchen nicht vielleicht doch ihre Rollen tauschen würden. Also das Marie Ulrich als Doro heiratet und das Doro einfach als Marie weiterlebt und vielleicht sogar hätte glücklich werden können mit Johann. Ach, ich bin ganz schön Karussell gefahren, das kann ich euch sagen.

Ich hoffe, Du hattest nicht zu viel Zuckerwatte vorher, so dass Dir nicht übel geworden ist! Denn das Karussell war natürlich beabsichtigt!  grins

Ich glaube, wenn man wirklich so ein Leben leben muß, wie es Marie tut - mit einem Mann verheiratet, den man weder liebt noch achtet noch schätzt; quasi gefangen in einem goldenen Käfig, denn Marie hätte niemals tun können, was sie hätte tun wollen; und dann auch noch einen der wichtigsten Menschen in seinem Leben zu verlieren (egal ob Doro tot ist, oder sonstwo ist), dann sucht mach sich ein Ventil um mit der Lage klar zu kommen. Und ob eine "Fluchtwelt" nun das schlimmste ist, was man sich antun kann... Es kommt wohl immer darauf an, WELCHE Welt man sich schafft. Ich kann ja nur von mir sprechen, aber ich flüchte gerne mal in eine andere Welt mit Hilfe von Büchern, wenn es mir selber nicht so gut geht. Und wenn es mir gut geht, dann tue ich das ja auch  grins.

Das ist ein schöner Vergleich mit den Büchern!  klatschen

dieses Leben für Marie) in der Kranichburg hätte es eigentlich nur besser werden können. Weil sie von Georg weg war. Diese Distanz zwischen Stralsund und Wustrow ist in diesem Moment bestimmt auch symbolisch zu sehen. Es ist eine Strecke, die man zwar gut und schnell überwinden kann, aber es ist auch eine Strecke, die man nicht zwingend überwinden muß. Und Georg macht mir nicht den Eindruck als wolle er sie überwinden. So ist es für beide Seiten angenehmer und leichter - jedenfalls sobald Marie sich über diesen Vorteil klar wird.

So sehe ich das auch in Bezug auf Georg. Nur dass sie auf diese Weise auch ihre Tochter verliert, ich glaube, das hat sie sehr, sehr verletzt und mitgenommen.

ich sag es mal in der Hipphopp-Sprache: "heißer Scheiß!" Wahnsinn!  klatschen klatschen klatschen

DANKE sehr!  schoen schoen schoen (Aber da sieht man mal, wie hoffnungslos altmodisch ich bin: Ich hab null Ahnung von Hipphopp, aber es gefällt mir!  )

 rofl - so neumodisch werde ich auch 100 Jahren nicht werden können, dass ich mich mit Hipphopp indentifizieren kann. 

Identifizieren kann ich mich damit auch nicht - aber so lange es ein Lob ist, kann es gern auch ein Hipphopp-Lob sein!  grins grins
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« Antworten #18 am: 13. Juni 2009, 17:12:23 »

@heißerscheiß:

Hatte ich frisch gelernt. Von meinem Patensohn (20). Wollte mal modern klingen.

Ich finde es jedenfalls sehr trickreich und raffiniert. So besser?
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Ich lese gerade:



Robert Merle: Paris ist eine Messe wert. (Teil 5 des Fortune de France-Zyklus.)

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Corinna
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« Antworten #19 am: 13. Juni 2009, 19:45:35 »

@ Bettina

Wie gesagt, mir ist jedes Vokabular recht, so lange Du lobst!  rofl grins
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« Antworten #20 am: 13. Juni 2009, 21:31:28 »

Kein Thema,
ich lobe gerne:

großes Lob!
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Ich lese gerade:



Robert Merle: Paris ist eine Messe wert. (Teil 5 des Fortune de France-Zyklus.)

 lesen
Jana
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« Antworten #21 am: 22. Juni 2009, 19:58:00 »

Zu dem Abschnitt kann ich eigentlich nur sagen, wie unendlich traurig ich ihn fand. Dass Johann so ums Leben kommen musste, überhaupt, dass er sterben musste... Irgendwie hätte mir hier mal etwas Positives zwischendurch ganz gut gefallen. Dass Johann und Marie sich wiedergesehen haben, ist schon so eine Situation aber nur um es danach noch trauriger werden zu lassen. Oh Corinna, Du hast uns ganz schön leiden lassen. 

Als ich nach dem Lesen des Abschnittes hier ein paar Beiträge gelesen habe, hat mich Inge eigentlich erst wieder in die Realität zurückgeholt. Es war ja alles nur zusammengereimt und hätte nicht zwangsläufig so sein müssen. Aber mich hat es, ähnlich wie der Tagebucheintrag, so gefesselt, dass ich während des Lesens gar nicht mehr daran gedacht hatte, dass es ja nur Möglichkeiten waren.

Das sie letzten Endes in der Kranichburg gelandet ist, war vielleicht sogar Glück im Unglück. Sie war zwar alleine, ohne ihr Kind, aber sie mußte auch nicht ihren Mann ertragen. Sie konnte sich ihr eigenes Leben einrichten, ohne irgendwelche Verpflichtungen. Bis sie das so gesehen hat, wird es zwar eine Weile gedauert haben, aber irgendwann hatte sie sich ja eingerichtet, nicht nur im Haus sondern auch in ihrem neuen Leben. Und seit dem Tag ging es ihr auch seelisch besser.

Oje, dem kann ich mich überhaupt nicht anschließen. Sicher sie musste Georg nicht mehr ertragen aber ich glaube, das hätte sie auf sich genommen, wenn sie ihr Kind bei sich gehabt hätte. Ich finde es wesentlich schlimmer, dass man ihr ihr Kind genommen hat. Zumal sie ja in der Kranichburg auch gerade durch die Verbannung und die Trennung von ihrem Kind, so gelitten hat. Und sie hatte die ersten Jahre ja nur gewartet, dass man sie zurückholt bzw. dass sie wenigstens ihr Kind wiedersieht. Aber auch später, ich kann mich nicht erinnern, dass es ihr irgendwann besser ging bis auf Also ich stelle mir die Verbannung in der Kranichburg furchtbar vor. Über sooo viele Jahre. Und sie war ganz allein. Und sie konnte sich meiner Meinung nach nicht wirklich ihr Leben einrichten. Was hatte sie denn schon? Sie hatte nur ihre schlimmen Erinnerungen, die sie über all die Jahre gequält haben. Und seelisch besser ging es ihr wirklich erst . Erst dann wurden auch ihre Bilder freundlicher. Selbst die Freundschaft zu der Malerin Hedwig Woermann hat sie doch nicht aus ihrer Traurigkeit herausgeholt.  Sie hatte Doro, Johann und ihr Kind verloren. Und ihre Mutter hat sie verraten.
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Ich lese gerade "Tausend strahlende Sonnen" von Khaled Hosseini
Corinna
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« Antworten #22 am: 23. Juni 2009, 13:31:39 »

Zu dem Abschnitt kann ich eigentlich nur sagen, wie unendlich traurig ich ihn fand. Dass Johann so ums Leben kommen musste, überhaupt, dass er sterben musste... Irgendwie hätte mir hier mal etwas Positives zwischendurch ganz gut gefallen. Dass Johann und Marie sich wiedergesehen haben, ist schon so eine Situation aber nur um es danach noch trauriger werden zu lassen. Oh Corinna, Du hast uns ganz schön leiden lassen. 
Hm, nu muss ich ja schon wieder trösten. Und weiß schon wieder nicht, wie…

Oje, dem kann ich mich überhaupt nicht anschließen. Sicher sie musste Georg nicht mehr ertragen aber ich glaube, das hätte sie auf sich genommen, wenn sie ihr Kind bei sich gehabt hätte. Ich finde es wesentlich schlimmer, dass man ihr ihr Kind genommen hat. Zumal sie ja in der Kranichburg auch gerade durch die Verbannung und die Trennung von ihrem Kind, so gelitten hat. Und sie hatte die ersten Jahre ja nur gewartet, dass man sie zurückholt bzw. dass sie wenigstens ihr Kind wiedersieht. Aber auch später, ich kann mich nicht erinnern, dass es ihr irgendwann besser ging bis auf

Ich glaube doch, dass sie irgendwann begonnen hat, sich in ihrem Leben in der Kranichburg einzurichten. Bestimmt nicht in den ersten Jahren, das ist klar. Und dass sie von ihrer Tochter getrennt war, das hat sie sicher nicht einfach wegstecken können, bis zum Ende nicht. Ich behaupte auch nicht, dass sie später auch nur ansatzweise glücklich war.  Aber dass sie es hingenommen hat, wie es war, weil sie wusste, dass ihr nichts anderes übrig blieb, wenn sie irgendwie überleben wollte. Und das wollte sie offenbar. Deshalb hat sie auch gemalt. Wenn sie sich aufgegeben hätte, hätte sie nicht all die Jahre hindurch an ihren Bildern gearbeitet, sondern sich eingegraben und auf den Tod gewartet. Hat sie aber nicht.
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« Antworten #23 am: 10. Januar 2010, 13:17:58 »

Alsooooo.....
Da ich definitiv NUR diesen Abschnitt bisher gelesen habe, habe ich alle Spoiler zu gelassen!
Ich will mir ja nicht den Spaß am großen Show down vermasseln!  grins

Ich schließe mich auch ein wenig Inge und Tintagel an mit meiner Meinung. Denn ich habe mir die ganze Zeit beim Lesen des Abschnitts vor Augen halten können, dass alles was da steht "Reine Spekulation" ist. Eben nur eine Bildergeschichte und da ist alles was gesehen wird, eine reine Interpetatons-Angelegenheit des jeweiligen Betrachters!

Klar, Viktoria ist von der Stimmung und der Atmosphäre im Haus, und in den Erzählungen in den Tagebüchern, sehr stark beeinflusst. Auch scheint sie ein hoch sensibler Typ zu sein, dessen Emotionen schnell mal sprudelnd Kochen!

Die Geschichte könnte sich so abgespielt haben, wie Viktoria es hier beschreibt, aber Gewissheit haben wir nicht. Nein
Das Georg, Johann "beseitigen" lies, ich denke einfach mal, das war reiner Selbstschutz und eine riesen große Angst, die ihn zu diesem Schritt verleitet hat. UND es war auch einfach nur eine Fortsetzung dessen, was er im Krieg gelernt hatte als Major.

Mein Vater hat im zweiten Weltkrieg in Russland gekämpft und er hat mal gesagt, dass der Stellenwert eines Menschenlebens immer mehr an Wert verliert, je mehr man ums eigene Überleben kämpfen muß. Mein Vater war Scharfschütze und er sagte, man blendet alle Gefühle aus wenn man da sitzt und den Feind beobachtet. Es gibt nur eine Frage die sich vielleicht stellt. Wer sieht den anderen zuerst? Er oder ich... und dann zielt man!
Dieses grausame Verhalten muss man sich verinnerlichen wenn man überleben will im Krieg und das wird Georg auch getan haben (und Johann hat das wahrscheinlich unbewusst getan)! Diese Männer die in einem Krieg gekämpft haben, glaub mir, die Ticken etwas anders und daher hat Georg sein Handeln wahrscheinlich nur als eine Fortsetzung des Überlebenskampfes gesehen. Johann war sein Feind, da er alles zerstören könnte was Georg sich aufgebaut hat und da stellte sich eben nur noch die Frage, wer schneller zielt!

Diese kleine Fantasie-Geschichte von Viktoria, dass Georg erpressbar war. Ich glaube in den zwanziger Jahren hat JEDER der etwas zu verlieren hatte mit unlauteren Mitteln versucht das zu schützen. Wenn das Geld nur noch mit der Schubkarre zum Einkaufen transportiert werden konnte und während des Weges jede Minute an Wert verlor, dann konnte man nur noch auf schwarze Geschäfte setzten.

Ich habe hier zwei Bücher die meine Tante anhand von Tagebüchern meiner Ur-ur-ur-Großmutter geschrieben hat. Es zeigt die Familiengeschichte der Familie meines Vaters. Und zwar beginnt die Geschichte 1817 in Schlesien, als eine kinderlose Großgrundbesitzerin ihrer Magd (meiner Ur-ur-ur-Großmutter) ihr Kind weg nimmt und die Magd dann aber zusammen mit dem Vater (und dem Kind) in Kohlenpott flieht.
Meine Ur-ur-ur Großmutter konnte nicht schreiben, aber ihre Tochter durfte das beim Pastor in Gelsenk. lernen und die hat dann die Geschichte ihrer Eltern und auch ihre eigene und die ihrer Kinder in ihren Tagebüchern aufgeschrieben.
Diese Tagebuchaufzeichnungen sind wahnsinnig interessant und ich habe viel über die Leute meiner Familie erfahren und auch über die Angst der Bergmänner (meiner Ur-ur-ur-Großväter), wenn sie in den Schacht einfahren mussten.
Aber ich schweife schon wieder ab.  peinlich

Was ich eigentlich sagen wollte, ich bin am Ende dieses Abschnitts nun wirklich gespannt, was Roman zu dieser "fiktiven" Geschichte sagt und ob er sich wirklich mit Viktoria zusammen auf den Weg zum Schloss macht und nach der Leiche von Johann forscht.

Es gibt ja in dieser fiktiven Geschichte mehrere Aufhänger, an denen die Recherche weiter gehen könnte. Sie könnten in der Seilerei ansetzten oder auch bei Johanns Vermieterin und ganz sinnvoll wäre eine weitere Recherche in Sofies Unterlagen. Aber ich denke mal, in die Schwedenkrone kommen sie bestimmt nicht mehr rein zum recherchieren! Augen rollen

Die Bilder die Marie gemalt hat von der Kranichburg, in denen sie quasi ihre Gefühle durch Gitterstäbe dargestellt hat, sind für mich durchaus nachvollziehbar. Marie konnte sich ja frei bewegen in Wustrow, aber sie war eben doch im Gefängnis! In einem Gefängnis das nur sie sehen konnte. Das Gefängnis ihrer eigenen Vergangenheit und ihrer Schuld Gefühle.

Das ist ja erwiesen, dass Frauen dazu neigen sich an allem und nix immer die Schuld zu geben. Männer machen das nicht, die sagen: „Schuld war Der und Der aber nicht ich!“

Meine größten Fragen hat Viktoria in ihrer fiktiven Geschichte auch nicht beantworten können:
Wer ist da die Treppe herunter gefallen?
Und warum ist sie die Treppe herunter gefallen? Wurde sie herunter gestoßen?

Und vor allen Dingen...
Wo ist Johanna und was ist aus ihr geworden?

So nun schau ich gleich mal ins Buch wie es weiter geht mit der Realität.
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« Antworten #24 am: 11. Januar 2010, 11:24:27 »

Das Georg, Johann "beseitigen" lies, ich denke einfach mal, das war reiner Selbstschutz und eine riesen große Angst, die ihn zu diesem Schritt verleitet hat. UND es war auch einfach nur eine Fortsetzung dessen, was er im Krieg gelernt hatte als Major.

Da gehst Du aber sanft mit ihm ins Gericht… Besonders gemessen an Deiner Empörung für Henrik, der sich verglichen mit Georg ja so gut wie nichts hat zuschulden kommen lassen… grins

Mein Vater hat im zweiten Weltkrieg in Russland gekämpft und er hat mal gesagt, dass der Stellenwert eines Menschenlebens immer mehr an Wert verliert, je mehr man ums eigene Überleben kämpfen muß. Mein Vater war Scharfschütze und er sagte, man blendet alle Gefühle aus wenn man da sitzt und den Feind beobachtet. Es gibt nur eine Frage die sich vielleicht stellt. Wer sieht den anderen zuerst? Er oder ich... und dann zielt man!

Das glaube ich. Und ich glaube auch, dass man aus einem Krieg sehr verändert zurückkehrt, wenn man unaussprechlich grauenhafte Dinge erlebt hat und tun musste. Georg ist trotzdem für meinen Geschmack sehr kalt und handelt sehr berechnend (wenn es denn so war, wie Viktoria sich das vorstellt, natürlich). Man merkt ihm zumindest nicht an, dass er in irgendeiner Weise aus Verzweiflung handelt – Johann ist ihm einfach im Weg und muss weg. Punkt. Ende der Durchsage. Zumindest habe ich das so empfunden. Aber natürlich können weder Viktoria noch ich in ihn hineinsehen…

Ich habe hier zwei Bücher die meine Tante anhand von Tagebüchern meiner Ur-ur-ur-Großmutter geschrieben hat. Es zeigt die Familiengeschichte der Familie meines Vaters. Und zwar beginnt die Geschichte 1817 in Schlesien, als eine kinderlose Großgrundbesitzerin ihrer Magd (meiner Ur-ur-ur-Großmutter) ihr Kind weg nimmt und die Magd dann aber zusammen mit dem Vater (und dem Kind) in Kohlenpott flieht.

Wahnsinn! Da ist toll, dass Du solche Dokumente über Eure Familie hast! Bei uns existiert so etwas nicht, ich würde es sonst auch verschlungen haben.

Meine größten Fragen hat Viktoria in ihrer fiktiven Geschichte auch nicht beantworten können:
Wer ist da die Treppe herunter gefallen?
Und warum ist sie die Treppe herunter gefallen? Wurde sie herunter gestoßen?

Und vor allen Dingen...
Wo ist Johanna und was ist aus ihr geworden?

Stimmt, alles konnte Viktoria aus den Bildern nicht ableiten… Aber diese Fragen werden natürlich trotzdem noch beantwortet… grins
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« Antworten #25 am: 11. Januar 2010, 18:33:38 »

Zitat von: Corinna
Da gehst Du aber sanft mit ihm ins Gericht… Besonders gemessen an Deiner Empörung für Henrik, der sich verglichen mit Georg ja so gut wie nichts hat zuschulden kommen lassen… grins

Um Gottes willen, ich kann Georgs Verhalten natürlich nicht entschuldigen! Mord ist und bleibt Mord! Da bin ich die Letzte die Georg freisprechen würde. Im Gegenteil, ich würde die Höchststrafe fordern mit anschließender Sicherungsverwahrung! Schon alleine deshalb, weil Johann ihm das Leben (vielleicht) im Krieg gerettet hatte. Auch wenn Georg vielleicht einen anderen Mann für den Mord gekauft hatte, das ist für mich das Selbe als wenn er selbst Johann getötet hätte.
Ich wollte mit meiner Erklärung zu den Männern die im Krieg waren nur sagen, dass bei Georg die Hemmschwelle für den Mordauftrag eine andere war, als bei einem Mann der nie im Krieg war. Georg war mit Sicherheit ein sehr kaltblütiger und sehr berechnender Mann. Tja und sollte er jemals noch nicht so abgebrüht gewesen sein, so hat der Krieg ihm wohl die letzten Skrupel im Umgang mit einem Menschenleben genommen.
Ich muss da gerade an diesen Charakter Karl Siebrecht denken den Hans Fallada in seinem Buch: Ein Mann will nach oben, geschaffen hat. Das war auch nach außen hin ein sympathischer und charmanter Mann, aber den Typ hättest du mir in Gold gießen können, den hätte ich nicht haben wollen... Der war in meinen Augen auch berechnend und stellen weise sehr grausam zu Rieke. Diese rücksichtslosen und grausamen Charakter sind in Büchern irgendwie immer spannender, als die sanftmütigen guten Charakter. Man macht sich auch um diese bösen Charakter wesendlich mehr Gedanken als Leser, als um die klaren und guten Charakter.
Georg war wohl noch einen Tacken grausamer als Karl Siebrecht.
Schon alleine wie er am Ende mit Marie umgegangen ist. Das er ihr keinen Weg nach Hause zur Tochter erlaubt hat, das ist so ziemlich das schlimmste was einer Mutter passieren kann. heul

Zitat von: Corinna
Man merkt ihm zumindest nicht an, dass er in irgendeiner Weise aus Verzweiflung handelt – Johann ist ihm einfach im Weg und muss weg. Punkt. Ende der Durchsage

Richtig, verzweifelt war Georg nicht, aber er hatte eine heiden Angst das Johann den Ruf der Schwedenkrone schädigen könnte und damit eben sein eigenes Ansehen in den Dreck ziehen könnte. Wenn dieser Skandal damals ans Licht gekommen wäre, dann wäre Georg mit samt der Schwedenkrone ruiniert gewesen. Da waren die Leute der "Oberschicht" damals wohl sehr konsequent. In so einem Hotel mit solchen Inhabern stieg man dann nicht mehr ab.
Darum hat Georg wohl so kaltblütig gehandelt. Johann war ja auch nur ein einfacher Arbeiter aus dem niedrigen Volk, da war es in Georgs Augen eh nicht schlimm drum. Die Fürsten und Könige haben ja auch nicht viel um das Leben ihrer Bauern gegeben wenn sie sie in die Schlacht geschickt haben. Georg war bestimmt auch der Auffassung, dass das Leben eines Adeligen wichtiger ist, als das eines Arbeiters.

Zitat von: Corinna
Wahnsinn! Da ist toll, dass Du solche Dokumente über Eure Familie hast! Bei uns existiert so etwas nicht, ich würde es sonst auch verschlungen haben.

Ja, diese beiden Bücher hüte ich auch wie einen Schatz. Sie stehen in meiner Bücher-Vitrine in Schutzumschlägen.  schoen
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« Antworten #26 am: 12. Januar 2010, 10:57:51 »


Diese rücksichtslosen und grausamen Charakter sind in Büchern irgendwie immer spannender, als die sanftmütigen guten Charakter. Man macht sich auch um diese bösen Charakter wesendlich mehr Gedanken als Leser, als um die klaren und guten Charakter.

Das stimmt zweifellos! Charaktere so ganz ohne Ecken und Kanten sind können oft langweilig geraten – interessanter sind die „Bösen“ und die „Zerrissenen“ – und die, bei denen man nicht so genau weiß, wie wie ticken…
Für mich ist Georgs einzige gute Seite die Liebe zu seiner Tochter – obwohl er auch die ja sehr egoistisch behandelt, indem er ihr die Mutter vorenthält. Dass er sie dennoch liebt, steht für mich außer Frage.


Richtig, verzweifelt war Georg nicht, aber er hatte eine heiden Angst das Johann den Ruf der Schwedenkrone schädigen könnte und damit eben sein eigenes Ansehen in den Dreck ziehen könnte.

Stimmt, das ist sein einziges Motiv – diese Befürchtungen stellt er über alles. Damit das nicht passiert, geht er buchstäblich über Leichen. Viktoria gibt ja eine kleine Erklärung (ob die stimmt, wissen wir natürlich nicht) für dieses Denken, indem sie Georg eine Vergangenheit verpasst, in der er durch die Schuld seines Vaters alles verloren hat. KEINE Entschuldigung. Nur eine Erklärung.
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« Antworten #27 am: 12. Januar 2010, 13:43:56 »

Zitat von: Corinna
Stimmt, das ist sein einziges Motiv – diese Befürchtungen stellt er über alles. Damit das nicht passiert, geht er buchstäblich über Leichen.

Du wenn ich jetzt mal noch etwas zurück denke....
Der Vater von Marie und Doro hat ja bei seiner Handlung, dass er Johann ins Zuchthaus gebracht hat, auch nur an den Ruf der Schwedenkrone und seiner Familie gedacht.
So gesehen hat er auch die Schwedenkrone und den Ruf der Familie über das Schicksal eines Menschen gestellt.
Tja und wenn man mal so die Berichte liest über den Zuchthaus Aufenthalt damals...-
Da kann man fast schon vermuten, dass der Vater den Tod von Johann billigend in Kauf genommen hat. Denn damals kam es sehr oft vor, dass ein Häftling im Zuchthaus unter seltsamen Umständen starb.
Daas hätte Johann auch passieren können und der Vater von den Zwillingen hätte das vielleicht gar nicht bedauert.  grübel
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« Antworten #28 am: 13. Januar 2010, 08:58:36 »

Der Vater von Marie und Doro hat ja bei seiner Handlung, dass er Johann ins Zuchthaus gebracht hat, auch nur an den Ruf der Schwedenkrone und seiner Familie gedacht.
So gesehen hat er auch die Schwedenkrone und den Ruf der Familie über das Schicksal eines Menschen gestellt.
Tja und wenn man mal so die Berichte liest über den Zuchthaus Aufenthalt damals...-
Da kann man fast schon vermuten, dass der Vater den Tod von Johann billigend in Kauf genommen hat. Denn damals kam es sehr oft vor, dass ein Häftling im Zuchthaus unter seltsamen Umständen starb.

Das stimmt schon. Ich unterstelle jetzt aber mal Heinrich, dass er nicht SO weit gehen wollte. Er wollte Johann einfach nur für eine Weile aus dem Weg haben, ihn abschrecken und ihm zeigen, wer der Herr ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er ihn ins Zuchthaus gehen ließ mit der Hoffnung, dass Johann das vielleicht nicht überlebt.
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« Antworten #29 am: 13. Januar 2010, 16:32:15 »

Zitat von: Corinna
Das stimmt schon. Ich unterstelle jetzt aber mal Heinrich, dass er nicht SO weit gehen wollte. Er wollte Johann einfach nur für eine Weile aus dem Weg haben, ihn abschrecken und ihm zeigen, wer der Herr ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er ihn ins Zuchthaus gehen ließ mit der Hoffnung, dass Johann das vielleicht nicht überlebt.

Sicher hast du mit deiner Vermutung recht in Bezug auf Heinrich. Er war bestimmt nicht so skrupellos wie Georg. Wie heißt es so schön: Adel verpflichtet !
Und meine Oma sagte immer:
Wenn du kein Geld hast und kein "von" im Namen, dann hast du die Klappe zu halten und zu malochen (=arbeiten)!
Sie hat beide Weltkriege erlebt und wird wahrscheinlich sehr genau gewusst haben wovon sie redet. schoen
Das war wohl so damals in der Gesellschaft und wurde in der Erziehung der Kinder, immer genauso weiter gegeben. Augen rollen
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