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Autor Thema: Die Bücherdiebin: Teil 2 und 3  (Gelesen 160 mal)
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Nerolaan
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« am: 04. November 2009, 15:16:07 »

Hie können wir zum 2. und 3.Teil posten  winken
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Inge Löhnig - Schattenkuss

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Nerolaan
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« Antworten #1 am: 08. November 2009, 20:26:39 »

Mein Vater hat mich heute Nachmittag arbeitstechnisch lahmgelegt. Ohne PC und Internet war das nichts mit für die Uni arbeiten und ich war sooo böse auf ihn, weil ich so gezwungen war zu Lesen *ironie aus*  grins

So, das bringt mich jetzt aber zu einem ganz anderen Problem: was posten?  grübel
Ich meine, ich habe diesen Abschnitt ebenso entzückt und begeistert gelesen wie den ersten, aber irgendwie passiert gleichzeitig so viel und auch wieder nicht.

Was mich aber immer mehr begeistert ist Zusaks Art etwas so schweres und bedrohliches wie Nazi-Deutschland zu schildern und dabei gleichzeitig damit irgendwie doch so im Hintergrund damit zu bleiben. Ich meine, der Krieg, Hitler und die Nazis generell sind in jeder Zeile des Buches omnipräsent, aber gleichzeitig strahlt das Buch eine unglaubliche Leichtigkeit aus. Wahnsinn...

Nach diesem Abschnitt stellen sich mir hauptsächlich zwei Fragen: was hat es genau mit dem Juden Max auf sich und wieso steht er hinterher so zielsicher vor Hans' Haus (steckt da vielleicht der Sohn hinter, um seinem Vater eines auszuwischen..?  grübel) und wieso lässt die Frau des Bürgermeisters sie so einfach in das Haus? Ich meine, sie ist sicherlich eine gute, freundliche Frau, die (wohl) ihren Sohn im 1.WK verlor und seitdem leidet, aber irgendwie werd ich grade bei so gutbetuchten Familien in der Zeit nie das Gefühl los, dass sie alles aus Berechnung machen; also, wo ist die Falle für Liesel?

Dann würde mich ja noch interessieren, wie das bei euch gelöst wurde, weil ich lese ja das Original:
Im Kapitel das bei mir heißt "The Mayor´s Library" gibt es so einen Einschub: Bügermeister = mayor. Solche Übersetzungen hab ich öfter. Wie ist das bei euch gelöst? Hat man das so übernommen?
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Inge Löhnig - Schattenkuss

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« Antworten #2 am: 08. November 2009, 22:27:24 »

So ich bin jetzt auch mit dem Part durch und muss sagen, das liest sich ja weg wie nix  freu Ein tolles Buch. Aber nun hab ich dasselbe Problem wie du Nerolaan, was posten?

Zitat
Was mich aber immer mehr begeistert ist Zusaks Art etwas so schweres und bedrohliches wie Nazi-Deutschland zu schildern und dabei gleichzeitig damit irgendwie doch so im Hintergrund damit zu bleiben. Ich meine, der Krieg, Hitler und die Nazis generell sind in jeder Zeile des Buches omnipräsent, aber gleichzeitig strahlt das Buch eine unglaubliche Leichtigkeit aus. Wahnsinn...

Dem kann ich absolut zustimmen  grins

Wo ich Gänsehaut bekommen habe war, bei dem Part wo sie die Bücher verbrannt haben. Das tat ein kleinwenig weh in der Seele *seufz*. Gleichzeitig gab es aber genau bei diesem Part eine Stelle wo ich so lachen musste, und die will ich euch nicht vorenthalten.

Die Szene beginnt kurz bevor das Feuer entzündet wird :

Zitat
Viele scherzhafte Bemerkungen folgten, und eine weitere "Heil Hitler!" Welle überkam sie. Wisst ihr, ich frage mich wirklich, ob nicht irgendwann irgendwo beim Hitlergruß jemand einmal ein Auge verloren oder sich die Hand oder den Arm gebrochen hat. Man musste doch bloß zur falschen Zeit in die falsche Richtung schauen oder zu nah vor jemandem stehen. Vielleicht wurden tatsächlich Leute verletzt. Aber ich kann euch aus erster Hand versichern, dass niemand daran starb, jedenfalls nicht körperlich.

Desweiteren bin ich genauso gespannt was es mit Max auf sich hat, und was die Frau Bürgermeisterin damit bezweckt, Liesel in ihren Büchern lesen zu lassen. Das kommt mir auch "spanisch" vor. Die führt doch was im Schilde oder?

Was das mit den Einschüben soll, weiß ich nicht, denn in der deutschen Ausgabe sind sie nicht drin. Hab gerade extra nochmal nachgeschaut, nicht das ich es übersehen hab.

Zum Abschluss möchte ich noch eine Passage zitieren die mir sehr gefallen hat :

Zitat
Ein Beweis mehr für die widersprüchliche Natur des Menschen. Ein bisschen gut, ein bisschen böse. Man muss nur einen Schuss Wasser dazugeben und umrühren.

Jetzt bin ich auf den nächsten Teil gespannt   grins Wenn das aber mit dem lesen so weitergeht, bin ich nächsten Freitag damit durch 
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Ich lese gerade :
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Nerolaan
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« Antworten #3 am: 09. November 2009, 11:28:41 »

Wo ich Gänsehaut bekommen habe war, bei dem Part wo sie die Bücher verbrannt haben. Das tat ein kleinwenig weh in der Seele *seufz*. Gleichzeitig gab es aber genau bei diesem Part eine Stelle wo ich so lachen musste, und die will ich euch nicht vorenthalten.

Boah, da kann ich mal wieder sehen, dass ich viel zu sehr (alleine schon durch die Schule schon; von meinem eigenen Interesse ganz zu schweigen) schon mit dem Ganzen konfrontiert wurde. Ich habe Aufnahme der Bücherverbrennungen gesehen. Was mich aber daran viel mehr entsetzt ist der Gedanke, dass die Nazis ja eigentlich auch ziemlich "unsicher" waren - denn etwas wie deutsche Geschichte und Gedankengut zu verbrennen..woah, gruselig. Ich möchte gar nicht wissen, wie viel Bücher damals verbrannt wurde und so tatsächlich für immer verschwanden...  traurig



Was das mit den Einschüben soll, weiß ich nicht, denn in der deutschen Ausgabe sind sie nicht drin. Hab gerade extra nochmal nachgeschaut, nicht das ich es übersehen hab.

Echt?
Dann verpasst ihr aber fast was, denn es sind ja nicht nur Übersetzungen deutscher Wörter, sondern auch Einschübe wie eine kurze Diskussion zwischen Liesel und Rudy, oder eine kleine Statistik...das ist eigentlich total nett gemacht. Die stehen bei mir immer in Schnörkeln fett gedruckt zwischen dem restlichen Text. Schade..


Zitat
Ein Beweis mehr für die widersprüchliche Natur des Menschen. Ein bisschen gut, ein bisschen böse. Man muss nur einen Schuss Wasser dazugeben und umrühren.

Hihi, ja, das fand ich auch klasse.  lol Es klingt eigentlich total "lächerlich", aber er hat recht 
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Inge Löhnig - Schattenkuss

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« Antworten #4 am: 09. November 2009, 12:13:04 »

@ Nerolaan,

Zitat
Dann verpasst ihr aber fast was, denn es sind ja nicht nur Übersetzungen deutscher Wörter, sondern auch Einschübe wie eine kurze Diskussion zwischen Liesel und Rudy, oder eine kleine Statistik...das ist eigentlich total nett gemacht. Die stehen bei mir immer in Schnörkeln fett gedruckt zwischen dem restlichen Text. Schade..

AAAhhh diese Einschübe meintest du.  kopfklatsch Sorry, die gibt es natürlich und die finde ich auch total witzig  grins
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« Antworten #5 am: 09. November 2009, 12:47:32 »

Oh...vielleicht hab ich mich anfänglich auch nur blöd ausgedrückt. Sorry  peinlich

Trotzdem würde mich weiterhin interessieren: wie sind denn dann die Übersetzungen übernommen worden? Z.B. wie beim Bürgermeister...  grins (ja, ich kann nervig sein  peinlich)
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« Antworten #6 am: 09. November 2009, 13:02:18 »

Beim Teil die Bibliothek des Bürgermeisters gibt es diesen Einschub :

Zitat
Ein Dämpfer für die Erleichterung

Sie war mitnichten davongekommen.
Die Frau des Bürgermeister hatte alles genau mit angesehen.
Sie wartete nur auf den richtigen Zeitpunkt.

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« Antworten #7 am: 10. November 2009, 11:07:41 »

So, ich bin jetzt auch so weit. Aber ich muss gestehen, es fällt mir schwer, viel zu dem Buch zu schreiben. Es liest sich immernoch toll und auch die Art des Erzählens sagt mir mittlerweile richtig gut zu. Wie Nerolaan schon zum ersten Teil schrieb, ist das Buch trotz seiner Thematik luftig und locker und (noch) nicht bedrückend.

Zitat von: Nerolaan
Ich meine, ich habe diesen Abschnitt ebenso entzückt und begeistert gelesen wie den ersten, aber irgendwie passiert gleichzeitig so viel und auch wieder nicht.

lol Da bin ich ja beruhigt, dass es Dir nicht anders geht. Gib mir Fünf

Zitat von: Nerolaan
Was mich aber immer mehr begeistert ist Zusaks Art etwas so schweres und bedrohliches wie Nazi-Deutschland zu schildern und dabei gleichzeitig damit irgendwie doch so im Hintergrund damit zu bleiben. Ich meine, der Krieg, Hitler und die Nazis generell sind in jeder Zeile des Buches omnipräsent, aber gleichzeitig strahlt das Buch eine unglaubliche Leichtigkeit aus. Wahnsinn...

Ja, das finde ich auch bewunderswert. Anstatt in Bedrückung zu verfallen, ertappe ich mich immer wieder beim Grinsen, zum Beispiel wenn Worte wie "heilhitlerte" fallen. grins Dabei sollte man da doch nicht grinsen, sondern eher trocken schlucken, oder?  grübel Noch habe ich nicht den Eindruck, dass das Thema zu sehr auf die leichte Schulter genommen werden könnte, aber ich finde schon, dass das Buch einen sehr schmalen Grat begeht und ich hoffe sehr, dass es nicht ins Triviale und Verklärte abrutscht.

Zitat von: Nerolaan
und wieso lässt die Frau des Bürgermeisters sie so einfach in das Haus? Ich meine, sie ist sicherlich eine gute, freundliche Frau, die (wohl) ihren Sohn im 1.WK verlor und seitdem leidet, aber irgendwie werd ich grade bei so gutbetuchten Familien in der Zeit nie das Gefühl los, dass sie alles aus Berechnung machen; also, wo ist die Falle für Liesel?

Eigentlich kann ich mir nicht vorstellen, dass die Frau etwas Böses im Schilde führt, dazu ist sie meiner Meinung nach zu sehr in ihrer Trauer gefangen. Vielleicht erinnerte Liesel sie an ihren Sohn, in dem Moment als Liesel das Buch stahl?  grübel

Zitat von: Nerolaan
was hat es genau mit dem Juden Max auf sich und wieso steht er hinterher so zielsicher vor Hans' Haus (steckt da vielleicht der Sohn hinter, um seinem Vater eines auszuwischen..?

Nun, ich weiß es bereits. Aber zu diesem Punkt hätte sich mir diese Frage nicht gestellt, da der Tod doch mehr als einmal angedeutet hat, dass Hans ein Geheimnis hat bzw. eine Vergangenheit, die in irgendwann einholt...

Zitat von: Nerolaan
Im Kapitel das bei mir heißt "The Mayor´s Library" gibt es so einen Einschub: Bügermeister = mayor. Solche Übersetzungen hab ich öfter. Wie ist das bei euch gelöst? Hat man das so übernommen?

Ich vermute, wir haben nicht alle Einschübe, wie Du, was sicherlich mit der Sprache zusammenhängt. Aber einige haben wir doch, allerdings keine reinen Übersetzungen. Sondern stichwortartige Zusammenfassungen von Ereignissen oder Definitionen.
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« Antworten #8 am: 10. November 2009, 16:43:53 »

Dabei sollte man da doch nicht grinsen, sondern eher trocken schlucken, oder?  grübel

Naja, sollte man evt. auch. Allerdings: wenn in eurem Text "heilhitlerte" steht, ist das eine exakte Übersetzung des englischen Texts. Und mal ehrlich: für unseren Sprachgebrauch klingen und sind solche Wörter doch mehr wie komisch. Komisch im Sinne von ungewohnt.
Aber ich denke, dass Lacheln schon ok geht; ich muss ja auch Lachen und im englischen Text klingen diese Wörte gar nicht so abwegig  grins

Eigentlich kann ich mir nicht vorstellen, dass die Frau etwas Böses im Schilde führt, dazu ist sie meiner Meinung nach zu sehr in ihrer Trauer gefangen. Vielleicht erinnerte Liesel sie an ihren Sohn, in dem Moment als Liesel das Buch stahl?  grübel

Ja, kann natürlich sein, aber vielleicht bin ich dahingehend auch einfach zu festgefahren von anderen Büchern. Da tun selbst Frauen hoher Nazigrößen nichts ohne Hintergedanken, aber stimmt: es wird ja eigentlich schon sehr deutlich wie gefangen sie noch im 1.WK und ihrer Trauer ist.

Nun, ich weiß es bereits. Aber zu diesem Punkt hätte sich mir diese Frage nicht gestellt, da der Tod doch mehr als einmal angedeutet hat, dass Hans ein Geheimnis hat bzw. eine Vergangenheit, die in irgendwann einholt...

Ja, das stimmt zwar, aber in dem Moment hab ich soweit gar nicht gedacht  peinlich Aber jetzt (mit Anfang von Abschnitt 3 ist alles klaro  grins)


Ich vermute, wir haben nicht alle Einschübe, wie Du, was sicherlich mit der Sprache zusammenhängt. Aber einige haben wir doch, allerdings keine reinen Übersetzungen. Sondern stichwortartige Zusammenfassungen von Ereignissen oder Definitionen.

Mhm, aber naja, die Übersetzungen sind für den deutschen Text ja auch eher uninteressant. Für mich war es auch Studiensicht aber interessant, um zu sehen in wie weit der Originaltext exakt übersetzt wird.
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« Antworten #9 am: 11. November 2009, 11:35:39 »

@Nerolaan

Du bist eindeutig zu misstrauisch. grins
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« Antworten #10 am: 11. November 2009, 14:37:27 »

Iiiiiich? Nein, nicht wirklich...oder doch?  grins
Im Ernst: in meinem Kopf ist mit dem dritten Reich automatisch immer Verrat und Intrigen verbunden...kann mich nicht dagegen wehren  peinlich
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« Antworten #11 am: 11. November 2009, 17:10:00 »

Das kann ich schon irgendwie verstehen, aber ich hab mich von der leichten Art anstecken lassen und verspüre kaum Argwohn.  grübel
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« Antworten #12 am: 11. November 2009, 21:26:12 »

Das kann ich schon irgendwie verstehen, aber ich hab mich von der leichten Art anstecken lassen und verspüre kaum Argwohn.  grübel

Ja, ich merk davon jetzt auch nichts mehr   peinlich
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