So, ich bin jetzt auch so weit. Aber ich muss gestehen, es fällt mir schwer, viel zu dem Buch zu schreiben. Es liest sich immernoch toll und auch die Art des Erzählens sagt mir mittlerweile richtig gut zu. Wie Nerolaan schon zum ersten Teil schrieb, ist das Buch trotz seiner Thematik luftig und locker und (noch) nicht bedrückend.
Ich meine, ich habe diesen Abschnitt ebenso entzückt und begeistert gelesen wie den ersten, aber irgendwie passiert gleichzeitig so viel und auch wieder nicht.

Da bin ich ja beruhigt, dass es Dir nicht anders geht.

Was mich aber immer mehr begeistert ist Zusaks Art etwas so schweres und bedrohliches wie Nazi-Deutschland zu schildern und dabei gleichzeitig damit irgendwie doch so im Hintergrund damit zu bleiben. Ich meine, der Krieg, Hitler und die Nazis generell sind in jeder Zeile des Buches omnipräsent, aber gleichzeitig strahlt das Buch eine unglaubliche Leichtigkeit aus. Wahnsinn...
Ja, das finde ich auch bewunderswert. Anstatt in Bedrückung zu verfallen, ertappe ich mich immer wieder beim Grinsen, zum Beispiel wenn Worte wie "heilhitlerte" fallen.

Dabei sollte man da doch nicht grinsen, sondern eher trocken schlucken, oder?

Noch habe ich nicht den Eindruck, dass das Thema zu sehr auf die leichte Schulter genommen werden könnte, aber ich finde schon, dass das Buch einen sehr schmalen Grat begeht und ich hoffe sehr, dass es nicht ins Triviale und Verklärte abrutscht.
und wieso lässt die Frau des Bürgermeisters sie so einfach in das Haus? Ich meine, sie ist sicherlich eine gute, freundliche Frau, die (wohl) ihren Sohn im 1.WK verlor und seitdem leidet, aber irgendwie werd ich grade bei so gutbetuchten Familien in der Zeit nie das Gefühl los, dass sie alles aus Berechnung machen; also, wo ist die Falle für Liesel?
Eigentlich kann ich mir nicht vorstellen, dass die Frau etwas Böses im Schilde führt, dazu ist sie meiner Meinung nach zu sehr in ihrer Trauer gefangen. Vielleicht erinnerte Liesel sie an ihren Sohn, in dem Moment als Liesel das Buch stahl?

was hat es genau mit dem Juden Max auf sich und wieso steht er hinterher so zielsicher vor Hans' Haus (steckt da vielleicht der Sohn hinter, um seinem Vater eines auszuwischen..?
Nun, ich weiß es bereits. Aber zu diesem Punkt hätte sich mir diese Frage nicht gestellt, da der Tod doch mehr als einmal angedeutet hat, dass Hans ein Geheimnis hat bzw. eine Vergangenheit, die in irgendwann einholt...
Im Kapitel das bei mir heißt "The Mayor´s Library" gibt es so einen Einschub: Bügermeister = mayor. Solche Übersetzungen hab ich öfter. Wie ist das bei euch gelöst? Hat man das so übernommen?
Ich vermute, wir haben nicht alle Einschübe, wie Du, was sicherlich mit der Sprache zusammenhängt. Aber einige haben wir doch, allerdings keine reinen Übersetzungen. Sondern stichwortartige Zusammenfassungen von Ereignissen oder Definitionen.