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08. September 2010, 23:28:00


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Autor Thema: [12. Jh. England] Bruder Cadfael: Ein ganz besonderer Fall – Ellis Peters  (Gelesen 82 mal) Durchschnittliche Bewertung: 0
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Annette B.
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« am: 27. Januar 2010, 21:28:58 »



Zitat von: Amazon de.
Klappentext
August 1141. In England ist ein blutiger Krieg um den Thron entbrannt. Bruder Humilis und Bruder Fidelis, zwei Benediktinermönche, suchen Zuflucht in der Abtei von Shrewsbury. Doch Ruhe finden sie nicht. Eine junge Frau ist seit Jahren spurlos verschwunden, und Bruder Cadfael wittert Mord...

Meine Meinung:

Ellis Peters beginnt diesen Roman mit einer ausführlichen Beschreibung der Auseinandersetzungen zwischen der Kaiserin Maud und der Königin Mathilde (König Stephans Frau).
Diese beiden Damen treten zur Zeit in Schlachten gegeneinander an, da der König als Gefangener der Kaiserin, im Kerker der Burg Bristol angekettet ist.
Die Kaiserin ist von den zornigen Bürgern Londons aus Westminster verjagt worden und ist nach Winchester geflohen. Doch dort traf sie dann auf die Truppen der Königin Mathilde und in einer sehr heftigen Schlacht wurde die Kaiserin in der Stadt Winchester eingeschlossen und ausgehungert.
Bei all diesen Auseinandersetzungen wurden auch die Klöster und Kirchen nicht vom Feuer verschont und die Brüder und Schwestern mussten eilig in alle Himmelsrichtungen fliehen, um ihr nacktes Leben zu retten.  
Während die Autorin diese Auseinandersetzungen beschreibt, macht sie keinen Hehl daraus das sie mehr Sympathien für die Königin hegt, als für die Kaiserin. Die Aussagen, die Ellis Peters in Bezug auf die Intelligenz der Kaiserin macht, ließen mich doch schon mal sehr schmunzeln.
Während der ersten 5 Kapitel begegnen wir Bruder Cadfael und Hugh Beringar im Kloster und im Kräutergarten, denn es ist ende August 1141, und Cadfael hat viel zu tun. In den Dialogen der beiden Männer wird dann auch klar, wie sehr diese politischen Unruhen das ganze Land und die Bürger belasten. Als dann der hoch verehrte Kreuzfahrer, Bruder Humilis mit seinem stummen Begleiter Bruder Fidelis, im Kloster in Shrewsbury um Aufnahme bittet, kommt Schwung in die Geschichte. Bruder Humilis wurde als Kreuzritter im heiligen Land sehr schwer verwundet und hat nicht mehr lange zu Leben. Das erkennt Bruder Cadfael recht schnell. Besonders nachdem er die Verwundung gesehen hat.
Der junge, stumme Bruder Fidelis pflegt seinen Herrn, Bruder Humilis aufopferungsvoll und fällt durch sein hübsches Aussehen in der Gemeinschaft sofort auf.
An dieser Stelle scheut sich die Autorin auch nicht sexuelle Neigungen bzw. Gelüste, hinter Klostermauern anzusprechen. Ein bis heute noch hoch Brisantes Thema in der kath. Kirche.
In den ersten 5 Kapiteln des Buches geschieht so viel, dass es auch ohne Leiche und Spitzbuben nicht langweilig oder zäh ist.
Erst im 6ten. Kapitel deutet sich dann langsam der Kriminalfall an und Bruder Cadfael kann seine Neugierde wieder einmal nicht bremsen. Eine spannende Handlung entwickelt sich, denn das Verbrechen liegt drei Jahre zurück und die Zeit, die Bruder Humilis noch auf Erden hat, wird knapp.
Was mir in diesem Buch etwas unangenehm aufgefallen ist, dass sind sehr viele lange Sätze gewesen, die dabei auch noch fürchterlich verwirrend waren. So manchen Satz musste ich wirklich zwei mal, mit allen Komma-Pausen lesen, um die Aussage des Satzes zu verstehen. Das war gerade am Ende des Buches etwas nervig, denn es störte die steigende Spannung.
Auch hat die Autorin dieses mal den Leser nicht an den Gedanken und Ideen von Bruder Cadfael so teilhaben lassen, wie man es aus den anderen Büchern gewohnt war. Bruder Cadfael stellt zwar Fragen, von denen ich dachte: Was will er mit dieser Frage erreichen? - Aber man bekommt keine Antworten oder Anhaltspunkte aufgezeigt, durch die man erkennen könnte, in welcher Richtung Bruder Cadfael die Lösung vermutet.
Ellis Peters deutet zwar viele Geheimnisse der Nebendarsteller an, aber sie nennt bis zum Schluss keines dieser Geheimnisse beim Namen.
Auf den letzten 4 Seiten des Buches löst die Autorin dann die Geheimnisse und den Kriminalfall in einem atemberaubenden Tempo! Ich habe am Ende das Buch zu geklappt und mich gefragt:
Wie bitteschön ist Bruder Cadfael auf DIESE Lösung gekommen?
Entweder habe ich die zarten Hinweise zur Lösung in diesen irre langen Sätzen nicht erkannt, oder ich habe sie vor lauter Spannung am Ende überlesen.
Auf jeden Fall hielt sich meine Begeisterung zu diesem Ende doch sehr in Grenzen. Die Lösung die hier präsentiert wurde, erscheint mir auch jetzt noch, sehr konstruiert und auch etwas unglaubwürdig.
Das ist zwar Schade, aber ich denke mal, dass wird im nächsten Roman wieder besser. Zumindest habe ich nach 11 Büchern dieser Serie den Eindruck, dass man sich darauf verlassen kann.

« Letzte Änderung: 28. Januar 2010, 15:01:57 von Cait » Gespeichert

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« Antworten #1 am: 27. Januar 2010, 22:22:04 »

Wennn ich ganz kurz was dazu anmerken darf, liebe Annette  Knuddel

Ich kann mich zwar nicht mehr an jeden einzelnen Roman erinnern - aber ich hatte damals den Eindruck, dass die Handlungen und "Fälle" viel besser sind, wenn es sich um menschliche, also eher psychologische Konflikte handelt - Beispiel: Zuflucht im Kloster
Wenn der Schwerpunkt mehr auf den politischen oder kirchlichen Auseinandersetzungen liegt, sind die Geschichten weniger überzeugend.
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Annette B.
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« Antworten #2 am: 28. Januar 2010, 09:00:23 »

Zitat von: sanne
Wennn ich ganz kurz was dazu anmerken darf, liebe Annette  Knuddel

Gerne darfst du etwas zu meiner Rezi sagen. Knuddel Ich freue mich immer über ein feedback und warte auch darauf, dass jemand mir "Denkanstöße" gibt. Gib mir Fünf

Zitat von: sanne
Ich kann mich zwar nicht mehr an jeden einzelnen Roman erinnern - aber ich hatte damals den Eindruck, dass die Handlungen und "Fälle" viel besser sind, wenn es sich um menschliche, also eher psychologische Konflikte handelt - Beispiel: Zuflucht im Kloster
Wenn der Schwerpunkt mehr auf den politischen oder kirchlichen Auseinandersetzungen liegt, sind die Geschichten weniger überzeugend.
 winken
Damit könntest du sogar recht haben, Ja dass habe ich noch gar nicht so genau durchdacht. Aber ich werde diesen Denkanstoß mal im Hinterkopf behalten beim lesen.
Ich habe auch schon überlegt, dass dieser etwas schwache Gesammteindruck, den ich von diesem Roman hatte, auch an dem Übersetzer liegen könnte. grübel
Ein großer Kritikpunkt waren ja diese ellen langen "Bandwurmsätze" die dabei auch noch so fürchterlich verschachtelt waren!  Wah! Ich will heute nachmittag noch einmal nachschauen, ob alle Bücher von dem selben Übersetzter ins deutsche geschrieben wurden. Ich glaube diese Art der Übersetzung hat diesem Buch nicht nur die Spannung geraubt, sondern auch der feine Humor blieb auf der Strecke.  traurig
Ich denke, wenn wir zusammen darüber nachdenken, dann finden wir noch des Rätsels Lösung. Lächeln
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sanne
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« Antworten #3 am: 06. Februar 2010, 16:16:03 »

Zitat
Ich glaube diese Art der Übersetzung hat diesem Buch nicht nur die Spannung geraubt, sondern auch der feine Humor blieb auf der Strecke.  traurig
Ich denke, wenn wir zusammen darüber nachdenken, dann finden wir noch des Rätsels Lösung

Du hast recht, es hängt viel vom Übersetzer ab, leider kann ich mich auch an dieses Buch nicht mehr gut erinnern.
Es ist aber keine neue Übersetzung? Meine Bücher stammen ja alle aus den 90er Jahren, ich schau mal nach, wer die übersetzt hat.
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« Antworten #4 am: 06. Februar 2010, 18:19:31 »

Du sanne, ich habe auch schon nach geschaut, es waren insgesammt 3 oder 4 verschiedene Übersetzer am Werk und den Unterschied merkt man stellenweise sehr deutlich.
Ich schreibe gerade meine Rezi zu dem Buch "Das Licht auf der Straße nach Woodstock" und am Ende dieser Rezi werde ich auch kurz zu den Übersetztern etwas sagen. Lächeln
Ich habe mir die Namen schon rausgesucht.
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