

Klappentext
August 1141. In England ist ein blutiger Krieg um den Thron entbrannt. Bruder Humilis und Bruder Fidelis, zwei Benediktinermönche, suchen Zuflucht in der Abtei von Shrewsbury. Doch Ruhe finden sie nicht. Eine junge Frau ist seit Jahren spurlos verschwunden, und Bruder Cadfael wittert Mord...
Meine Meinung:
Ellis Peters beginnt diesen Roman mit einer ausführlichen Beschreibung der Auseinandersetzungen zwischen der Kaiserin Maud und der Königin Mathilde (König Stephans Frau).
Diese beiden Damen treten zur Zeit in Schlachten gegeneinander an, da der König als Gefangener der Kaiserin, im Kerker der Burg Bristol angekettet ist.
Die Kaiserin ist von den zornigen Bürgern Londons aus Westminster verjagt worden und ist nach Winchester geflohen. Doch dort traf sie dann auf die Truppen der Königin Mathilde und in einer sehr heftigen Schlacht wurde die Kaiserin in der Stadt Winchester eingeschlossen und ausgehungert.
Bei all diesen Auseinandersetzungen wurden auch die Klöster und Kirchen nicht vom Feuer verschont und die Brüder und Schwestern mussten eilig in alle Himmelsrichtungen fliehen, um ihr nacktes Leben zu retten.
Während die Autorin diese Auseinandersetzungen beschreibt, macht sie keinen Hehl daraus das sie mehr Sympathien für die Königin hegt, als für die Kaiserin. Die Aussagen, die Ellis Peters in Bezug auf die Intelligenz der Kaiserin macht, ließen mich doch schon mal sehr schmunzeln.
Während der ersten 5 Kapitel begegnen wir Bruder Cadfael und Hugh Beringar im Kloster und im Kräutergarten, denn es ist ende August 1141, und Cadfael hat viel zu tun. In den Dialogen der beiden Männer wird dann auch klar, wie sehr diese politischen Unruhen das ganze Land und die Bürger belasten. Als dann der hoch verehrte Kreuzfahrer, Bruder Humilis mit seinem stummen Begleiter Bruder Fidelis, im Kloster in Shrewsbury um Aufnahme bittet, kommt Schwung in die Geschichte. Bruder Humilis wurde als Kreuzritter im heiligen Land sehr schwer verwundet und hat nicht mehr lange zu Leben. Das erkennt Bruder Cadfael recht schnell. Besonders nachdem er die Verwundung gesehen hat.
Der junge, stumme Bruder Fidelis pflegt seinen Herrn, Bruder Humilis aufopferungsvoll und fällt durch sein hübsches Aussehen in der Gemeinschaft sofort auf.
An dieser Stelle scheut sich die Autorin auch nicht sexuelle Neigungen bzw. Gelüste, hinter Klostermauern anzusprechen. Ein bis heute noch hoch Brisantes Thema in der kath. Kirche.
In den ersten 5 Kapiteln des Buches geschieht so viel, dass es auch ohne Leiche und Spitzbuben nicht langweilig oder zäh ist.
Erst im 6ten. Kapitel deutet sich dann langsam der Kriminalfall an und Bruder Cadfael kann seine Neugierde wieder einmal nicht bremsen. Eine spannende Handlung entwickelt sich, denn das Verbrechen liegt drei Jahre zurück und die Zeit, die Bruder Humilis noch auf Erden hat, wird knapp.
Was mir in diesem Buch etwas unangenehm aufgefallen ist, dass sind sehr viele lange Sätze gewesen, die dabei auch noch fürchterlich verwirrend waren. So manchen Satz musste ich wirklich zwei mal, mit allen Komma-Pausen lesen, um die Aussage des Satzes zu verstehen. Das war gerade am Ende des Buches etwas nervig, denn es störte die steigende Spannung.
Auch hat die Autorin dieses mal den Leser nicht an den Gedanken und Ideen von Bruder Cadfael so teilhaben lassen, wie man es aus den anderen Büchern gewohnt war. Bruder Cadfael stellt zwar Fragen, von denen ich dachte: Was will er mit dieser Frage erreichen? - Aber man bekommt keine Antworten oder Anhaltspunkte aufgezeigt, durch die man erkennen könnte, in welcher Richtung Bruder Cadfael die Lösung vermutet.
Ellis Peters deutet zwar viele Geheimnisse der Nebendarsteller an, aber sie nennt bis zum Schluss keines dieser Geheimnisse beim Namen.
Auf den letzten 4 Seiten des Buches löst die Autorin dann die Geheimnisse und den Kriminalfall in einem atemberaubenden Tempo! Ich habe am Ende das Buch zu geklappt und mich gefragt:
Wie bitteschön ist Bruder Cadfael auf DIESE Lösung gekommen?
Entweder habe ich die zarten Hinweise zur Lösung in diesen irre langen Sätzen nicht erkannt, oder ich habe sie vor lauter Spannung am Ende überlesen.
Auf jeden Fall hielt sich meine Begeisterung zu diesem Ende doch sehr in Grenzen. Die Lösung die hier präsentiert wurde, erscheint mir auch jetzt noch, sehr konstruiert und auch etwas unglaubwürdig.
Das ist zwar Schade, aber ich denke mal, dass wird im nächsten Roman wieder besser. Zumindest habe ich nach 11 Büchern dieser Serie den Eindruck, dass man sich darauf verlassen kann.
